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LEONARD COHEN - Buch der Sehnsüchte

 
(Blumenbar, 236 Seiten, Euro)
„Jikan who pretended to be a poet breaks his pen.” Der Stille, wie Jikan im Chinesischen heißt, ist vielen Menschen unter dem Namen Leonard Cohen bekannt: “Jikan, der vorgab, ein Dichter zu sein, zerbricht seinen Füller.” Das hört sich nach Selbstzweifel an, nach Schreibversagensangst, nach Kapitulation vor dem Wort. Cohen, der sich eine fünfjährige Zäsur in seinem Leben genehmigte, blieb trotz des zerbrochenen Füllers beim Schreiben. Für das nun auf deutsch erschienene „Buch der Sehnsüchte“ – mit Übersetzungen von u.a. Karl Bruckmaier, Carl Weissner, Jens Friebe, Wolf Wondratschek – notierte er in einem zen-buddhistischen Kloster auf dem Mount Baldy Gedichte, Geschichten, Songs und Epigramme dieser Art: „Erst schrieb ich aus Liebe/Dann schrieb ich für Geld/Bei einem wie mir/ist es dasselbe“. Leonard Cohen hat Respekt vor seinem Zen-Meister Roshi und traut sich nicht, im Wort „Gott“ das „o“ zu schreiben. Doch ist er auch Realist genug, sich in der Abgeschiedenheit des Klosters nicht die Sinne vernebeln zu lassen. Was man daran merkt, dass er manch zynischen Satz formuliert, der sich im Weiheitsgedankengut des Zen eigentlich nicht ereignen dürfte. Schön, dass er schonungslos ehrlich ist, gegen sich selbst, gegen die anderen. Ins Buch aufgenommen wurden auch Zeichnungen und handschriftliche Notizen.
© 01. Oktober 2008  WESTZEIT ||| Text: Klaus Hübner
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