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THOMAS PYNCHON - Gegen den Tag

Rowohlt, 1596 S., 29,90 EUR
Einer der m.E. wichtigsten lebenden Autoren hat ein Buch veröffentlicht, das nicht nur wegen seiner enormen Ausmaße und der (gemeisterten) buchbinderischen Herausforderung sehr ungewöhnlich ist. Und außergewöhnliche Ereignisse bedingen außergewöhnliche Maßnahmen: Weil ich nach 10 Wochen erst in der Mitte der knapp 1600 Seiten angekommen bin, hier zunächst ein Zwischenbericht. Pynchon verschränkt Elemente aus Westernschinken, pubertären Jules-Verne-Adaptionen, Sexheftchen und Esoterikpamphleten mit anarchistischen Romanzen, Verschwörungstheorien, philosophischer Exegese, Starkstromtechnik und Geologie. Das geschieht mit einer sprachlichen Gestaltungsmacht, ja -wut, in nicht enden wollenden Sätzen (die im schachtelsatzanfälligen Deutsch vielleicht noch schöner sind als im englischen Original). Ob die vielen Handlungsfäden jemals zu einem festen Zwirn zusammenfinden oder doch nicht, ist fast egal, denn wie heißt es so treffend im Klappentext: "Kontrafaktische Ereignisse finden statt. Vielleicht ist dies nicht die Welt, aber mit ein, zwei kleinen Änderungen könnte sie es sein." Ein sensationelles Buch, dessen umfassender Sinn sich mir wohl auch in weiteren 10 Wochen nicht vollends erschließen wird.
© 01. August 2008  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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