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Holly Cole - Baby, It´s Cole Outside

Holly Cole´s neue Scheibe heißt "Baby It´s Cold Outside" und ist eine Weihnachtsplatte. D.h: Sie enthält Lieder, die in die Weihnachtszeit passen - nicht notwendigerweise Weichnachtslieder also. Allerdings keine normale (die hakte sie bereits mit der 98er "Christmas Blues" ab).
Bei der neuen CD wurden die Fans über die Website an der Auswahl der Songs beteiligt. "Nun ja, nicht direkt", gibt Holly zu, "als wir diesen Wettbewerb machten, waren die Stücke bereits ausgewählt. Das ist jeweils ein langwieriger Prozeß. Als dann die Vorschläge der Fans eingingen, war es aber sehr schön zu sehen, wie nahe deren Vorstellungen den meinen waren." Und was waren das für Vorstellungen? "Nun, ich wollte die üblichen, offensichtlichen Klischees vermeiden. Es sollte keine typische "Jingle Bells" Platte sein, sondern eine Sammlung von Songs, die zur Jahreszeit passen." Deshalb gibt es wohl auch Stücke wie Merle Haggards "I hope I make it through december" - eine vergleichsweise düstere Abhandlung über einen Arbeitslosen, der bange ist, den Winter überstehen zu können. Es ist atmosphärisch mit das stärkste Stück der Scheibe. "Das Stück findest Du am besten? Ich bin beeindruckt", meint Holly verwundert, "ich mag es deswegen, weil sich viele alleinstehende Frauen damit identifizieren können. Bei Haggard ging es um einen alleinerziehenden Vater, aber ich denke, Frauen können sich da sehr viel eher hineinversetzen." Es ist in der Tat ein ungewöhnliches Stück, da Haggard nicht eben für solche Themen bekannt ist. "Ja, bei ihm klingt das auch alles viel fröhlicher - gerade das hat mich aber daran gereizt." Holly hat sich mit ihrem generationenübergreifenden Pop-Jazz definitiv eine eigene Nische erspielt. Was bedeutet es eigentlich - stilistich gesehen - Kanadierin zu sein? "Das ist Folgendes", erläutert sie, "als ich aufwuchs, hörte ich alle möglichen Arten von Musik: Amerikanische Pop-Musik, Folkmusik, Jazz, Country etc. Ich konnte mir von allen Bereichen das beste jeweils herauspicken. Wenn ich in den USA gewohnt hätte - z.B. in Memphis oder Nashville - wäre diese stilistische Vielfalt bestimmt nicht möglich gewesen. Kanadisch zu sein bedeutet also für mich, einen Tunnelblick vermeiden zu können." Eine letzte Sache sei noch andiskutiert: Wenn man sich Holly so ansieht - etwa auf den Plattencovern - mit diesen Spaceship-Frisuren und den extrovertierten Kostümen; oder aber beim Live Konzert, mit Cord-Cowboy Hut, bis zum Knie geschlitzten Jeans, Ledermantel und fellumhüllten Sandalen, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, einer Modenschau beizuwohnen. "Nun ja, das ist mir schon wichtig", gibt Holly zu, "als ich anfing, wurde mir klar, daß das im Jazz gar kein Thema war, ja sogar verpönt war. Mir wurde dann allerdings schnell klar, daß mir die Mode sehr wichtig ist. Es ist nicht das wichtigste - 90% sind Musik - allerdings gibt mir dieses "Aufdonnern" ein gewisses "Empfinden des Ereignisses" (Sense Of Event) ..." Larger Than Life? "Genau, denn diese Wikinger-Schlappen und der Hut das sind keine Sachen, die ich im Zug anziehe, sondern nur auf der Bühne." Spaß muß eben sein!
© 01. Dezember 2001  WESTZEIT ||| Text: Ullrich Maurer
Dezember 2001

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