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SIMON SCHAUPP - Der kurze Frühling der Räterepublik

 
Unrast Verlag, 304 S., 19,80 EUR
Mal sehen, ob auch die Münchner Räterepublik in diesem Jahr (oder spätestens 2019) so ausführlich reflektiert wird wie der kurz vor deren Ausrufung beendete 1. Weltkrieg. Denn nach dem Kieler Matrosenaufstand vom November 1918 begannen in München turbulente und für politisch Interessierte noch heute aufschlussreiche Zeiten, die am 7. April 1919 in der Ausrufung der Räterepublik durch den Revolutionären Arbeiterrat ihren Höhepunkt fanden. Die Idee, jene aktionsgeladenen Wochen durch die tagebuchhafte Beschreibung der persönlichen Erlebnisse dreier Aktivisten (Hilde Kramer, Erich Mühsam, Ernst Toller) nachzuzeichnen, ist nicht schlecht und durch eine abundante Menge von Zitaten (fast 400 Fußnoten) gestützt. Auch wenn jede Romantisierung und Verklärung vermieden wird, bleibt die Umsetzung etwas kraftlos-akademisch und die ideologische Grundausrichtung blinzelt aus jeder Zeile: die Mehrheitssozialisten (SPD) haben die revolutionären Führer des Proletariats verraten, die meisten USPDler auch. Sogar die KPD. Das ist historisch korrekt, etwas mehr kritische Analyse der Ursachen (die auch im linken Sektierertum lagen) hätte dem Text dennoch zu mehr Relevanz für's Hier und Heute verholfen. Aber spannende Tage waren das zweifellos damals, 1918/19 (nicht nur) in München. Und die Welt sähe gänzlich anders aus, wäre das Experiment geglückt.

Weitere Infos: www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/der-kurze-fruehling-der-raeterepublik-detail
© 01. März 2018  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla ||| Datenschutz
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