(Ninja Tune / Rough Trade) Dieses Album war so nicht geplant. Die Hälfte der Aufnahmen und das Design waren schon fertig. Dann starb die Mutter von Sänger/Gitarrist Dave Okumu. Fortan hatte dieser weder Kraft noch Kreativität. Erst die trauernde Unterstützung der Familie seiner Mutter bei der Beerdigung gaben ihm beides zurück. Anders als er sich gedacht hatte. Seine Oma kam mit einigen Frauen und sang traditionelle, afrikanische geistliche Lieder. Stimmen, die Okumu Musik neu hören ließen und dem zweite Album des Trios nun Form und Halt geben, es einrahmen und auflockern. Dazwischen, höchst geistreiche, tief gehende, bewegende Indie-Elektronik-Noise-Rock-Musik. HipHop trifft auf Minimal und Klangkunst, feine Gitarrenpickings schmeicheln sich um treibende Beats und berührenden Gesang von Okumu. Songs wie Wings machen ihren Titeln alle Ehre, man hat den Eindruck mit ihm weg zu fliegen. Utopia ist skurril, fast destruktiv, The Wall dagegen gibt wieder Raum und Hoffnung. Und zum großen Abschluss macht der Unsichtbare mit Protection noch eimal richtig Power. Bevor das Werk atmosphärisch perfekt von der Oma und irgendwie auch von der verstorbenen Mutter eingerahmt wird. Ein großes Werk. VÖ: 15.06
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