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Kevin Coyne – Paintings & Drawings 1988 - 2004 - Neues Rathaus und Medienhaus „Der neue Tag“ Weiden

Kein gezeichnetes oder gemaltes Bild des Jammerns abgeben, lautete die Devise des 2004 verstorbenen britischen Rockmusikers, Malers und Autors Kevin Coyne, obwohl er wegen anhaltender musikalischer Misserfolge alkoholabhängig wurde. In Zeichnungen und Gemälden verschaffte er seiner belasteten Seele Luft und warf mit exzessiven Strichen und Farbansammlungen kryptische, ironische und nicht immer freundliche Sujets auf Papier und Leinwand.
Sein bildnerisches Werk ist während der Weidener Literaturtage im dortigen Neuen Rathaus und im Medienhaus „Der neue Tag“ zu sehen. Kevin Coynes Kunst bewegte sich zwischen tragischer Komik und hoffnungsvoller Zuversicht und war geprägt vom englischen Humor der besseren Sorte.

Kevin Coyne sammelte zeitlebens Teddybären und beschäftigte sich mit den Trost- und Wärmespendern sowohl musikalisch (LP „Millionaires and Teddy Bears“, 1978) wie auch als Zeichner. Figuren wie Wilfriedle, der Postbote, oder Jeremy Joggler, der dickbäuchige Fitbär-Studiobetreiber, zeichnete er wie selbstverständlich auf Papier, das er in seiner Wahlheimat Nürnberg (seit 1985) mit Blei- und Farbstiften in stetig neuen Arrangements füllte. Auch der Teddybär war wie „Der Prophet“ oder die „Three Idiots In Love“ für Kevin Coyne ein Außenseiter, dem man besondere Beachtung schenken sollte.

Schräge Kreaturen von individueller Gebrechlichkeit und eine Schraffurtechnik, wie sie später auch Keith Haring für seine grell-bunten graffitiähnlichen Bilder einsetzte, satirisch überhöhte Phantasiefiguren und, immer bunt, immer auf den Punkt gebracht, skurrile Alltagsszenen flossen in nicht enden wollender Kreativität aus Coynes Feder und Stift. Kreaturen in Schwarz-Weiß-Zeichnungen bevölkern merkwürdige Szenerien, in denen englische Rituale wie die Party zu Christmas auf die Schippe genommen werden. Und immer wieder die Tierwelt: Vögel, Frösche, Hunde, Teddybären. Manchmal ist die Coyne-Welt sehr kindlich, drückt sich in unbeholfen wirkenden, deshalb niemals durchkonstruiert wirkenden Zeichnungen aus, die menschliches Verhalten im Tierischen und tierisches Verhalten im Menschlichen ausloten. Das Naive steht als dezentes Markenzeichen über dem Werk von Kevin Coyne, das allerdings keine Merkmale der naiven Malerei zeigt.
Bis 20.05.2012
Neues Rathaus, Dr.-Pfleger-Str. 15, 92637 Weiden / Medienhaus „Der neue Tag“, Weigelstr. 16, 92637 Weiden
Tel.: 0961-3 90 30 13
Geöffnet: mo – do 8 – 17 Uhr, fr 8 – 16 Uhr, so u. Feiertage 11 – 17 Uhr (Neues Rathaus); mo – fr 8 – 17 Uhr, sa 8 – 12 Uhr (Medienhaus „Der neue Tag“)
Weitere Infos: www.weidener-literaturtage.de www.kevincoyne.de
© 01. Mai 2012  WESTZEIT ||| Text: Klaus Hübner
Kunst

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