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BLACK PEAKS - Gespaltete Welt

Black Peaks stehen zwar noch ganz am Anfang, scheinen aber bereits jetzt einiges erreicht zu haben, was für manch andere noch in unerreichbarer Ferne liegt. Vor allem im Vereinigten Königreich werden sie als einer der nächsten großen Acts gehandelt.

Sie haben sich die Bühnen mit den Deftones geteilt, mit Mastodon und The Dillinger Escape Plan, und in Kontinentaleuropa und Übersee soll es nun mit ihrem neuen Album ebenfalls vorangehen. Eine aufstrebende junge Band, die noch einiges zu lernen und viele Leute kennenzulernen hat. Adrian Bushby war ihnen bis vor Kurzem so auch noch kein Begriff.

„Wir kannten nur ein Black Foxes-Album, das er produziert hat, und wollten mit ihm arbeiten, weil wir es so gut fanden“, resümiert Frontmann Will Gardner. „Uns war wirklich nicht bewusst, dass er auch bereits mit die Foo Fighters und Muse produziert und damit zwei GRAMMYs gewonnen hat – was es aber noch viel cooler macht, dass er von unseren Songs so begeistert war. Er liebte sie direkt.“

´All That Devides´ heißt ihr Zweitling; das sagenumwobene gefürchtete zweite Album, welches den Druck auf mehr erhöht. Aber nicht, wenn die Black Peaks da noch ein Wörtchen mitzureden haben.

„Ich möchte einfach gute Songs schreiben. Es sollte die beste Platte werden, die wir jemals gemacht haben – für uns ein Erfolgsalbum. Bei unserem ersten, ´Statues´, haben wir vieles einfach nur so gemacht, wir haben ausprobiert und geschaut, was letztlich dabei herauskommt. Jetzt wussten wir aber, was wir tun. Wir konnten besser über Details entscheiden und uns gezielter über die wirklich wichtigen Dinge Gedanken machen.“

Konnten sie und haben sie – und wie!

„Schon vor Beginn des tatsächlichen Songwritings haben wir lange und intensiv darüber gesprochen und diskutiert, was wir auf dem neuen Album machen wollen. Es sollten Popsongs werden und was noch viel wichtiger ist: Die Leute sollten sich an jeden einzelnen Song erinnern können!“

Viele Musiker versuchen der Popmusik mit Absicht so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen, andere, wie die Black Peaks, steuern aber wohl geradewegs darauf zu. Denn sie ist es – und das verdeutlicht Gardner gleich zu Beginn des Gesprächs – was sie seit Jahren beeinflusst.

„Mein erstes Album war von den Spice Girls“, lacht er. „Wenn man sich mit Musik beschäftigt, kann man die Popmusik nicht ignorieren – sie ist einfach überall. Sehr viele Menschen aus der Rockmusik würden mir jetzt wahrscheinlich widersprechen, aber ich finde es sehr wichtig, wenn man jederzeit weiß, was vor sich geht. Wenn du nicht aktuell bleibst, wird dein Sound sehr schnell alt. Dann wirst du wie Judas Priest.“

Ihren starken Hang zur Aktualität zeigen die Briten aber bei Weitem nicht nur musikalisch. Gerade lyrisch liefert das Quartett mit ´All That Devides´ wahrscheinlich eines der wichtigsten Alben dieses Jahres ab. „Die Welt um uns zerbricht“, bringt Gardner es auf den Punkt.

„Auf der ganzen Welt passieren schreckliche Dinge und die Menschen wenden sich langsam aber sicher voneinander ab. Die Leute beginnen, nicht mehr miteinander zu reden – und das ganz schön viel und oft. Wir spalten uns immer mehr. Der Abstand vergrößert sich stetig und dabei sehen wir doch an er Vergangenheit, wie schrecklich das ausgehen kann! Ich glaube, wir befinden uns an einem Punkt, wo entweder bald alles besser wird oder wir uns in einem weiteren Weltkrieg befinden. Ich denke, das ist traurige Realität, aber ich hoffe inständig, dass ich damit falsch liege. ´All That Devides´ ist unsere Antwort darauf, was wir in den letzten zwei Jahren beobachten mussten.“

Ein kleiner musikalischer Lichtblick in dunklen Zeiten.

Aktuelles Album: All That Divides (Rise / Warner)
© 01. Oktober 2018  WESTZEIT ||| Text: Leonie Wiethaup ||| Foto: Ben Gibson ||| Datenschutz
Oktober 2018


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