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THE RASMUS - Erfolgreiches "Comeback"

Nach fünf Jahren Releasepause und etlichen Touren über den halben Erdball sind The Rasmus zurück! Am 6.10. haben sie ihr inzwischen achtes Album ´Dark Matters´ veröffentlicht und damit die Balance zwischen hoffnungsvoller Melancholie und Kitsch gefunden. Genau die Abwechslung, die von den Finnen, die sich in all den Jahren von Werk zu Werk weiterentwickelt haben, erwartet wurde: Elektrisch angehauchter Pop-Rock, Balladen und härtere Töne. ´Dark Matters´ klingt wie eine Erinnerung an sich selber, dass es auch okay ist, wenn es einem nicht gut geht.

Vor über 20 Jahren haben The Rasmus mit ´Peep´ ihr erstes Album veröffentlicht, damals noch unter dem Namen Anttila. Weitere vier Longplayer und ganze sieben Jahre hat es allerdings gebraucht, um auch außerhalb der finnischen Landesgrenzen Erfolge feiern zu können – doch was für welche das waren! Wochenlang haben sie die Charts dominiert, sie wurden mit Gold, Platin und Doppelplatin ausgezeichnet und bekamen diverse Musikpreise verliehen. Unter anderem 2004 den ´Echo´ als ´Newcomer des Jahres´, zweimal den ´MTV Europe Music Award´ und die ´Emma´ können sie sich bereits gleich neunmal ins Regal stellen. Erfolge wurden von Erfolgen gekürt, 2012 erschien noch schnell das selbstbetitelte Album, mittlerweile die achte Full Length, dann war Schluss – zumindest augenscheinlich. Getourt sind sie freilich immer noch fleißig: Durch Russland, die Schweiz, Großbritannien oder auch Lateinamerika. Nur mit dem neuen Material hat es eben ein wenig gedauert.

Fünf Jahre nach ihrem letzten Werk präsentieren die Herren nun mit ´Dark Matters´ den nächsten musikalischen Output. Zehn Songs im modernen elektrischen Pop-Rock-Gewand, das trotz aller Ähnlichkeit zu bereits Bekanntem dennoch mit Originalität und spannenden Details aufwarten kann. Interessant gerade deswegen, weil ganz offen Einblicke in die vergangenen Jahre gewährt werden, scheinbar ohne Sachen zu verschleiern oder zu beschönigen. So bleibt es auch nicht lange verschwiegen, dass mit Lauri Ylönen und Pauli Rantasalmi gleich zwei Mitglieder eine Scheidung durchmachen mussten. Manchmal könnte es deswegen lyrisch kaum melancholischer zugehen – die hoffungsvolle Note bleibt aber dennoch nie vergessen.

„Die Texte sind alle sehr unterschiedlich“, so die Band. „Wir haben versucht, uns mit den Dingen auseinanderzusetzen, mit denen wir in den vergangenen Jahren konfrontiert wurden. Mit allen Dingen, ob positiv oder negativ. Es gibt auch Songs, die eher mit dem Blick eines Kindes beschrieben sind.“

Gerade die Reihenfolge der Tracks lässt dabei aber immer wieder aufhorchen. Mit ´Paradise´ beginnt ´Dark Matters´ mit bekanntem The Rasmus-Sound, ´Something In The Dark´ könnte daraufhin allerdings schon so einige DJ-Herzen in Verzückung geraten lassen, ´Wonderman´ stattdessen allerdings eher die der etwas härteren Töne – zumindest am Anfang. Besonders im Refrain zeigt die Truppe immer wieder ihr Talent für poppige Melodien. Selbst für diejenigen, die nicht fünf Jahre voller Sehnsucht auf das neue Album der Finnen gewartet haben, dürfte es eine wahre Freude sein, mit welcher Abwechslung schon in den ersten zehn Minuten aufgewartet wird!

„Wir haben immer versucht, die Art von Musik zu machen, die wir auch selber gerne hören wollten. Wir haben unsere unverkennbare nördliche Melancholie nicht an den Nagel gehängt, wir haben sie nicht aufgegeben“, erklärt Lauri Ylönen. „Man kann nun allerdings eine ausgedehntere Spannbreite von Einflüssen wahrnehmen. Jetzt klingt die Musik manchmal dunkel, manchmal melodisch und manchmal sogar traurig.“

Wie recht er damit hat!

Durch Zeilen wie „I don’t need a reason, I just want to feel something. You know that you can hurt me everytime I let you in” wird nicht nur ´Black Days´ zu der absolut hervorstechenden Ballade des Albums, sondern auch zu dem traurigen Kitschmoment, der bei The Rasmus nicht fehlen darf. ´Dark Matters´ klingt wie der Zuspruch, den man braucht, wenn es einem mal nicht gut geht.

Aktuelles Album: Dark Matters (Playground / Cargo)
© 01. November 2017  WESTZEIT ||| Text: Leonie Wiethaup ||| Foto: Anders Thessing
November 2017

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