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QUICKSILVER

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Der Bandname LACK OF LIMITS könnte auch gut als Motto über dieser Kolumne stehen, wenngleich der norddeutsche Fünfer sich zumindest musikalisch etwas mehr eingrenzt als wir das hier tun (wollen). Das aktuelle Album "Tor" (LOL/Jaro) enthält 14 durchweg annehmbare Versionen moderner Traditionalität, will sagen: Folkrock, wie man ihn kennt und ggf. auch schätzt. Spaß macht das sicher besonders live, die Konserve muß da mit Abstrichen leben, als Andenken an einen durchgeschwitzen AJZ-Abend geht das Teil aber in Ordnung.
Eine andere Form von Extase erlangen die (hier türkischen) Sufis nach stundenlangem Kreistanz. Den Soundtrack dazu liefert das GÜLIZAR TURKISH MUSIC ENSEMBLE. Deren "Music Of The Whirling Derwishes" ist aber manchmal auch etwas akademisch (wie es bei ARC-Aufnahmen bekanntlich schon mal vorkommt).
Da ist ALAN SHARVASH BAREZBANIAN mit seinem MIDDLE EASTERN ENSEMBLE dann doch authentischer, seine Interpretationen traditioneller Stücke aus Armenien, Anatolien und Griechenland mischen sich mit Eigenkompositionen und die Vitalität und Virtuosität, mit der hier in die Saiten der Oud gegriffen wird macht durchaus Freude.
Etwas weiter nördlich, in Rumänien nämlich, liegt die Heimat von TRANSKAPELA. Die spielen "Klezmer Carpathian Music" und das haben wir nun doch schon sehr oft und vor allem besser gehört.
Dann doch lieber eine der ebenfalls nicht gerade seltenen CDs mit Porto-Blues: LINDA LEONARDO sucht (erwartungsgemäß vergeblich) nach dem "Mystery Of Fado" (alle ARC Music) und gerade weil sie eine so unverbrauchte wie interessante Stimme hat, weiß Sie im Scheitern doch außerordentlich zu gefallen.
"Sugar Daddy"(Fania/V2/Rough Trade) nennt das Label die Zusammenstellung von "Hip Dancefloor Rhythms", die Latinmeister EDDIE PALMIERI mit seinem LA PERFECTA ORCHESTRA Mitte der 60er einspielte. Sicher, hier brennt gerne mal die Luft, aber das passiert bei aktuellen dancefloor-Krachern auch und ist (zumindest für meine Wenigkeit) noch lange kein Grund, daraus eine weitere überflüssige Scheibe zu drehen.
Letzteres gilt wörtlich auch für "Keep Reachin' Up"(Timmion/Cargo) von NICOLE WILLIS AND THE SOUL INVESTIGATORS. Auch wenn die SoulFunk geschwängerten tunes hier erst in den letzten 2 Jahren im dunkel-kalten Finnland entstanden und Wirrkopf Jimi Tenor einige seiner Instrumental- und Sangeskünste beisteuerte, atmet hier jede Note den Motown-Sound der 70er. Das ist nicht schlecht, aber eben auch nicht wirklich neu und schon gar nicht (mehr) spannend.
Das (also spannend) sind dafür die Cello-Konstrukte der Kanadierin JULIA KENT. Auch wenn die Verbindung von sehnsuchtsvoll-exhaltierten Streiche/r/l/einheiten mit (in diesem Fall vor allem auf Flughäfen entstandenen) field-recordings natürlich auch schon bekannt ist, atmet "Delay" eine gewisse Eigenheit.
Was man auch von "November"(beide Sahyo Music) behaupten kann. Das gleichnamige Projekt, bestehend aus Bernard Trontin & Simon Huw Jones, kann sich nicht zwischen Anthony und Brian Ferry entscheiden, kommt manchmal etwas zu ernsthaft 'rüber, hinterlässt aber einen recht angenehmen Eindruck (und ja - das passt ganz ausgezeichnet als Filmmusik!).
Mit dem schwedischen DarkPopDuo HEARTS OF BLACK SCIENCE biegen wir auf die Zielgerade. "The Ghost You Left Behind"(Club AC30/Broken Silence) erfindet das geschnittene Brot auch nicht, aber 20 Trillionen MySpace-Kasper können wahrscheinlich nicht irren.
Ich persönlich habe es nicht so mit Murdocks Gelddruckmaschine und entdecke gute neue Klänge lieber auf altmodische Manier. So etwa CHRIS CONELLY, den Mann, der es früher bei Ministry und den Revolting Cocks gerne heftig krachen ließ und mit seinen (frühen) Fine Tribe die Fusion von Dance und Elektro forcierte (10 Jahre später hieß das Rave und machte einige sehr reich). Dieser Typ hat für die Obskurspezialisten von Durtro Jnana mit "The Episodes" ein Album aufgenommen, dessen spröder Folkcharme mit Croonerattituden ebenso amalgamiert wie mit durchgeknalltem Eso-Pop. Tatsächlich für Fans von Scott Walker UND David Tibet.
CHRSITY & EMILY tun auf "Gueen's Head"(The Social Registry/Cargo) ganz unschuldig-naiv, der folklastige AvantPop der beiden Damen hat es aber mindestens faustdick hinter den Trommelfellen (und Gitarrensaiten, Klaviertasten etc.). Dissonanz ist Kunst, aber Schönheit schändet auch nicht. So soll's sein.


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