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JAZZJANZKURZ - JAZZJANZKURZ

JAZZJANZKURZ
Wer Entspannung und gute Unterhaltung sucht, ist bei der "Hidden Beauty"(Okeh/Sony) des locker-flockigen p-dr-b-Jazz von TRIOSCENE richtig. Abenteuersuchende KlangForscher oder KrachFreunde natürlich nicht. 3
Jene fühlen sich eher unter den "Gentle Giants" von SEBASTIAN GRAMSS SLOWFOX wohl. Eine schöne Sprödigkeit im Saxofon und beim präparierten Klavier kontrastiert Gramss' Basspiel bestens. 4
Auch NIELS KLEIN TUBES AND WIRES' "Life in Times of the Big Crunch" findet einen sehr eigenen Weg zwischen Avantgarde und Tradition. Die Klänge aus tubes (diverse cl) und wires (diverse key) tanzen - mal verspielt, mal sehr fordernd - auf b und dr. 3
Selbst wenn Rabih Lahouds Gesang zuweilen etwas anstrengend wird, sind MASAAs franko-arabisch inspirierte Stücke auf "Outspoken"(alle Traumton) mit einer gewissen Unwiderstehlichkeit ausgestattet. Hört das ruhig-eindringliche "Natra" oder das rhythmische "Fuädi" - der Libanese passt eben doch perfekt in dieses tr-p-dr-setting. 4
Ein ähnliches Anliegen verfolgen QUADRO NUEVO & CAIRO STEPS auf ihrem "Flying Carpet"(GLM): auch hier sollen Orient und Okzident musikalisch zusammenfinden. Europäischer WeltJazz trifft auf die komplexen MusikIdeen der Sufis Ägyptens - und es funktioniert! 4
Welcher Kontrast zu Sebastian STUDNITZKY, der sich mit "KY organic"(Contemplate Music) endgültig als Till Brönner II. outet. Schmierige Popgrooves und eine sanft überblasene SchmuseTrompete, das ist nicht schön, nein! 2
Leider schafft es das von mir für sein Debut so geliebte LAURENT DE SCHEPPER TRIO mit "Into Olymp"(Karlrecords) nicht, an jene Großtat von 2013 anzuknüpfen. Der treibende IndieJazz bleibt hier doch zu vage und unentschlossen, gibt sich zu oft mit zu wenig zufrieden. 3
Deutlich mutiger ist da der baskische Klarinettenmeister MICHEL PORTAL, der mit den ebenso renommierten Streichern vom QUATUOR ÉBÈNE "Eternal Stories"(Warner) zu erzählen weiß. Zwischen filigrane Jazz- und Streicherstücke sind auch "5 Tango Sensations" eingebaut, die Astor Piazolla geschrieben hat. Der Piazolla, der vor vielen Jahren dem jungen Portal dessen Musikalität (an)erkennend mal ein Bandoneon geschenkt hat (ob es das hier zu hörende war?). 4
Deutlich verträumter, solider, damit aber auch weniger aufregend sind HENRY SPENCER AND JUNCTURE mit "The Reasons Don't Change"(Whirlwind). tr/flh-p/key-g-b-dr in konventioneller Melancholie. 3
Da sind ROBYN BENNETT & BANG BANG auf "The Song Is You"(O-Tone) ehrlicher in ihrer Verpflichtung zur Unterhaltung. Kraftvoller MainstreamJazz trifft GospelSwing und jede Menge SoulPop. 4
Auch wenn BENNY GREEN optisch zwischen Schwiegermutterliebling (Front) und Macho (Rückseite) schwankt, musikalisch kann man gegen seinen flinken Modern Jazz auf "Happiness" nichts sagen. Der Mann ist eine PianoMacht und hatte im "Kuumbwa"-Club in Santa Cruz mit David Wong (b) und Rodney Green (dr) zwei Top-Begleiter. Old-School-Bop mit Spuren von Blues und Gospel. 4
MIKE McGINNIS ist ein sensibler Bläser (cl/ss), der sich gemeinsam mit Art Lande (p) und Bass-Gott Steve Swallow in einen "Recurring Dream"(beide Sunnyside) stürzt. Viel Platz für passgenaue(!) Soli, mehr ruhige Wirkung als äußerliche Aufregung - ein gelungenes Album! 4
NILS WOGRAM ist als Posaunist inzwischen weltweit anerkannt, mit seiner Band ROOT 70 hat er "Luxury Habits"(Nwog) eingespielt und wirft sich dort - so abgedroschen die Phrase auch sein mag, sie passt hier perfekt! - mit Hayden Chisholm (der spielt sein Alt-Sax übrigens auch bei den oben erwähnten Slowfox) die musikalischen Bälle mit beeindruckender Leichtigkeit zu. Unangestrengte Spannung, konzentrierte Gelassenheit - so mögen wir das! 4
Über das erste Lebenszeichen von RYUICHI SAKAMOTO nach dessen böser Krebsdiagnose von 2014 darf man sich freuen. Auch wenn "async"(Milan) sehr kryptisch und in sich gekehrt scheint, die mal getragen und begräbnishaft wirkende, dann wieder die Transzendenz japanischer Tempelgongs atmende, zuweilen auch mit spoken-word-Sequenzen durchsetzte Musik ist kraftvoll und spannend. Ob sie - wie Duktus und Label vermuten lassen - aber tatsächlich als Soundtrack konzipiert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.
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>>>Fear No Jazz>>>
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© 01. Mai 2017  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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