Ventil Verlag, 224 S., 17,00 EUR
Der Leipziger Historiker Lange widmet sich einem Thema, dass trotz aller "ZDF-History"-Schinken etc. meines Wissens noch nie so umfassend aufgearbeitet wurde, obwohl es im Grunde spätestens mit der Erfindung der "Cultural Studies" (auch) in Deutschland naheliegend war: "Jugendkultur und Opposition im Nationalsozialismus". Erster Punkt zum Staunen: bei weitem nicht alle Kinder und Jugendlichen waren in den 12 Jahren Nazidiktatur in der HJ, es gab durchaus Wege und Möglichkeiten, sich dem Regimedruck zu entziehen. Lange sprach mit Zeitzeugen (und diese Interviews machen den besonderen Reiz dieses empfehlenswerten Buchs aus) über Nonkonformismus und Widerstand, über Zwischenformen und Unterschiede, über Äußerlichkeiten und musikalische Vorlieben. Swing spielte eine große Rolle, aber auch Abgrenzung zum System und natürlich zu anderen (Sub)Kulturen. Regional gegliedert, bietet dieses Buch einen guten Überblick über die (fast) vergessenen Vorreiter von Hippies und Punks in Deutschland.Weitere Infos: www.scherbelberg.de