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ALEXANDER KLUGE - Chronik der Gefühle

 
(Kunstmann Verlag)
Die Schilderung einer Hinrichtung auf dem Schafott gerät beängstigend realistisch, ist der Scharfrichter doch nicht in der Lage, mit einem Hieb den Kopf vom Rumpf zu trennen, sondern verletzt die Delinquentin, die Mutter eines totgeborenen Kindes (was sie zur Kindsmörderin macht), mehrmals, bis die Frau des Henkers mit einer Schere nachhilft, aber auch erfolglos mit ansehen muss, wie das Mädchen, das nicht tödlich verletzt ist, am Ende mit dem Leben davon kommt. Das ist eine der aus Fiktion und Dokumentarischem, aus Erzählkunst und Forscherfleiß zusammengesetzten Geschichten des Regisseurs und Schriftstellers Alexander Kluge, die erstmals komplett in Buchform im Jahr 2000 in zwei Bänden erschienen sind. Nun liegt eine gemeinsam mit Karl Bruckmaier und der Hörspielredaktion des Bayerischen Rundfunks geschaffene Toncollage vor, die mit außergewöhnlichen Musikarrangements angereichert wurden. Bei Kluge findet man Geschichte in Geschichten, die man sonst vergeblich sucht. Sein offener Blick und eine grenzenlose Neugier graben immer wieder versunkene Schätze individueller Schicksale, Erlebnisse und Erfahrungen aus. Alexander Kluge ist ein Meister im Sachen "Faction" (Fakten und Fiktion) mit einem herausragenden Gespür für interessante Begebenheiten in einem zeitgeschichtlichen Zusammenhang.
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© 01. Oktober 2009  WESTZEIT ||| Text: Klaus Hübner
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