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33. NORTH SEA JAZZ FESTIVAL - 11.-13.07. Ahoy Rotterdam (NL)

 
Paul Simon wollte nicht fotografiert und gefilmt werden. Joe Jackson platzierte seinen Trinkbecher strategisch so perfekt, dass kaum ein Foto ohne dieses Utensil gelingen wollte. Youssou N’Dour vertrieb pseudo-afrikanische Traditionsmusik mit elektrischen Gitarren und Akrobat. Diana Krall konnte sich zwischen bösem Blick und dezentem Lächeln kaum entscheiden. Das alles hatte sehr wenig mit Jazz, dafür sehr viel mit Selbstdarstellung und Marottenpflegerei zu tun. Stichwort Jazz: es ist noch welcher drin beim North Sea Jazz Festival. Aber der nimmt ab, so scheint es. Das Festival wird dominiert von effekthaschenden, die Masse der Zuhörer anlockenden Stars der Rock-, Pop- und World-Szene. Natürlich ist das legitim, schließlich wollen Veranstalter und Künstler auch leben. Aber mal ehrlich an die Brust geklopft: wie viele Menschen kämen noch, wenn Alicia Keys, Chaka Khan, Gnarls Barkley, The Mars Volta, Paul Simon fehlten? Das Festival saugt die weltweiten Musikströmungen auf, was den Überblick nicht nur erleichtert. Natürlich gab es auch Jazz, der in diesem Jahr unter dem Motto „Vocal“ stand. Al Jarreau, Bobby McFerrin, Lizz Wright, Greetje Bijma, Angélique Kidjo, Angie Stone forderten ihre Stimmbänder. Daneben gab es die stillen Highlights, von Wayne Shorter über Gary Burton bis Bobby Hutcherson. Und eine wunderbare Erfahrung mit „Zappa Plays Zappa“ – hier ist nämlich nicht nur das Original das Original.
Text + Foto: Klaus Hübner
© 01. August 2008  WESTZEIT
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