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STELLA DONNELLY - 15.04.2019 Yuca Köln

 
Die Idee ist ebenso simpel wie genial: Weil sich Stella Donnelly all ihren Kummer mit ihren stets ernsthaften und oft traurigen Songs wie dem von sexuellen Übergriffen und falsch verstandenen Rollenverhältnissen handelnden ´Boys Will Be Boys´ von der Seele schreibt, kann sie sich bei ihren Auftritten ganz darauf konzentrieren, mit entwaffnender Direktheit ansteckenden Frohsinn zu verbreiten und dabei so spontan und ungezwungen zu wirken, als würde sie jeden Song, jeden Scherz
an diesem Abend zum ersten und letzten Mal bringen. In Köln spielt die australische Singer/Songwriterin Liebeslieder genauso wie Break-up-Songs („Keine Angst, ich habe sie nicht gleich hintereinander geschrieben“, lässt sie die Zuschauer grinsend wissen. „Es lagen etwa zwei Wochen dazwischen!“) und springt – vor allem, als sie nach einem halben Dutzend introspektiver Indie-Folk-Solonummern ihre Band auf die Bühne bittet – mit lässiger Unbefangenheit durch alle erdenklichen Genres, bis sie am Ende mit ´Die´ sogar auf EDM-Terrain ankommt, natürlich nicht, ohne sich zuvor wortreich für diesen vermeintlichen Geschmacks-Faux-pas zu entschuldigen. Ihre Band dient ebenso als verbaler Sparringspartner für ihre bisweilen herrlich abgedrehten Albernheiten wie das Publikum (einmal reicht sogar ein einfacher Nieser!), wenn sie mit vielen lokalen Domstadt-Bezügen und dem als Rückgriff auf ihr letztes Köln-Konzert in der Philharmonie eigens wieder ins Programm aufgenommenen Glanzlicht ´Mean To Me´ unterstreicht, dass sie trotz des zermürbenden Touralltags stets mit offenen Augen durchs Leben geht. Danke, Stella, das war ein Riesenspaß!


Weitere Infos: www.stelladonnelly.com
© 01. Mai 2019  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld ||| Datenschutz
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