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JULIA JACKLIN - 10.04.2019 Blue Shell Köln

 
Auf den ersten Blick scheinen die hochemotionalen Lieder von Julia Jacklins aktuellem Album ´Crushing´ eher zum einsamen Tränenverdrücken in den eigenen vier Wänden denn fürs Konzerterlebnis in einer rappelvollen Bar gemacht, doch davon lässt sich die 28-jährige Australierin in Köln nicht aufhalten. Von einigen betont lakonischen einsilbigen Ansagen abgesehen, konzentriert sich die Lichtgestalt unter all den im Spannungsfeld von traditionellem Singer/Songwritertum und modernem Indierock aktiven jungen Künstlerinnen gemeinsam mit ihren vier bestens aufeinander eingespielten Mitstreitern darauf, die aus purer Gefühlsintensität heraus entstandenen Break-up-Songs der neuen LP – mit ´Body´ und ´Don´t Know How To Keep Loving You´ stehen gleich zwei aufwühlende Gänsehautnummern früh auf der Setlist – mit cool-elektrisierender Entrücktheit so zu interpretieren, dass das leise Understatement der Lieder die Zuschauer mit voller Wucht trifft, sie aber nicht in den Abgrund der Gefühle reißt. ´Don´t Let The Kids Win´, das Titelstück ihres Debüts, spielt Jacklin sogar vollkommen solo und langsamer als bei früheren Konzerten, als sei es nötig, die sagenhafte emotionale Kraft der Nummer und den so ungemein eindringlichen Gesang noch einmal extra zu betonen. Der unter die Haut gehenden Intensität setzt sie vor allem in der zweiten Hälfte des 80-minütigen Gastspiels mit dem Uptempo-Schrammel-Indie von ´You Were Right´ oder ´Pressure To Party´ zumindest musikalisch mehr Leichtigkeit entgegen, um ganz am Ende bei der Zugabe ´Hay Plain´ doch wieder dort zu landen, wo sie angefangen hatte: Ganz tief unten. Ein bemerkenswerter Auftritt!


Weitere Infos: www.juliajacklin.com
© 01. Mai 2019  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld ||| Datenschutz
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