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KACEY MUSGRAVES - 18.10.2018 Mojo Club, Hamburg

 
Zugegeben, im ersten Moment fällt es ein wenig schwer, in der Kacey Musgraves, die mit goldener Stimme und Postergirl-Aussehen, umringt von einer perfekt eingespielten Profi-Band vor einem grell leuchtenden Backdrop auf der Bühne des kleinen Mojo Club steht, eine Rebellin zu sehen, die gegen den Strom schwimmt. Doch genau das hat die 30-jährige Texanerin zum hellsten Stern am Country-Himmel gemacht, wenngleich in Hamburg des Öfteren Pop-Nummern wie ´High Horse´ in den Mittelpunkt rücken, die bereits treffend als „Fleetwood Mac, mit mehr Disco-Glitzer“ beschrieben worden sind. Dabei ist die Show nicht nur bei der Handvoll ganz nah am Bühnenrand gespielten Akustiksongs (herzerweichend brillant: ´Mother´ und ´Family Is Family´) weit weniger stromlinienförmig durchgeplant, als zu erwarten war. So liefert sich Kacey einen munteren Schlagabtausch mit den Fans in Reihe 1, erzählt auf Zuruf die eigentlich nicht ganz spruchreife Geschichte, wie sie Brandi Carliles Oma den elektrischen Rollstuhl entwendet hat („Wenn sie ihn so dringend braucht, soll sie ihren Namen draufschreiben“, erklärt sie lachend, aber ohne sichtbare Reue), und vergisst am Ende sogar, dass sie sich ob ihres ziemlich kurzen Kleidchens eigentlich nicht auf den für die Pianoballaden-Zugabe ´Rainbow´ bereitgestellten Barhocker setzen wollte: „Wir sind hier schließlich im Rotlichtbezirk“, sagt sie im Schatten der Reeperbahn mit einem Schulterzucken und bezaubert live wie schon auf ihren preisgekrönten Platten mit augenzwinkerndem Entertainment.


Weitere Infos: www.kaceymusgraves.com
© 01. Dezember 2018  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld ||| Datenschutz
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