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OUGHT, LEWSBERG - 14.11.2018 Gleis 22 Münster

 
Inspiration in der Vergangenheit finden beide Bands, die an diesem kalten November-Mittwoch auf der Bühne des Münsteraner Gleis 22 stehen, doch ansonsten hätten sie unterschiedlicher nicht sein können. Die Headliner Ought bombardieren ihr Publikum mit einem inzwischen merklich in Richtung Wave und Pop geschubsten Feuerwerk so vieler scheinbar unvereinbarer Einflüsse aus der Indiewelt, dass sie am Ende im Dunstkreis von Protomartyr, Wolf Parade und Arcade Fire geradezu eigenständig klingen. Doch nicht nur klanglich sind die in Montreal heimischen Kanadier stets in Bewegung: Frontmann Tim Darcy und die Seinen leben ihren extravagant-kunstvollen Sound mit einer passend expressiv-unterhaltsamen Bühnenshow aus und haben sichtbar am eigenen Tun genauso viel Spaß wie das Publikum. Das ist bei Lewsberg sicherlich nicht anders, doch das Rotterdamer Quartett lässt sich das nicht anmerken. Stattdessen begeistert die nach dem früh verstorbenen niederländischen Schriftseller Robert Loesberg benannte Band mit lässiger Gleichgültigkeit. Praktisch wort- und bewegungslos liefern Lewsberg mit einem bewusst monotonen Sound und herrlich emotionslosem Sprechgesang eine lupenreine Velvet-Underground-Hommage ab, die sogar noch in Songtiteln wie ´Sunday Mourning´ auf die Spitze getrieben wird und live nicht nur beim ohrenbetäubend ausgewalzten Finale von ´Terrible´ noch einmal um einiges spannender ist als auf dem großartigen selbstbetitelten LP-Debüt. Klarer Punktsieg für die Holländer!


Weitere Infos: www.internetought.com
© 01. Dezember 2018  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld ||| Datenschutz
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