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ETEPETETE FESTIVAL - 11.05.2018 FZW Dortmund

 
In sehr feiner Gesellschaft ist das Publikum bei diesem zweiten Etepetete-Festival, mit dem die Ausrichter beweisen, wie leicht es sein kann, ein beeindruckendes Indoor-Festival auf die Beine zu stellen, wenn man die Bands mit dem Herzen und nicht mit dem Rechenschieber aussucht. Neun internationale Indie-Stars und -Sternchen bespielen an diesem Abend abwechselnd den kleinen Club und die Bar des ausverkauften Dortmunder FZW und erfreuen sich in betont relaxter Atmosphäre auf Augenhöhe mit den Festivalbesuchern an einem Abend ohne großes Brimborium, der viele Highlights bereithält. So macht sich Anna Burch aus Detroit mit bemerkenswerter Leichtigkeit und einem zauberhaften Dauerlächeln den Girl-Group-Pop der 60s und den Lo-Fi-Indiepop der 90s zu eigen und perfektioniert ihren Auftritt mit wunderbar organisch-unaufdringlichen „stage moves“ auch visuell. Ihre englischen Schwestern im Geiste, Girl Ray, zielen anschließend mit entwaffnendem Girly-Charme und leicht verträumten Indiepop-Liedern über Liebeskummer und Coming-of-Age-Sinnsuche direkt auf die Herzen der Zuschauer. Die heimlichen Headliner Jacuzzi Boys stellen derweil Nirvana aufs Surfbrett und beweisen im Power-Trio-Modus laut, arschcool und mit ordentlich punkigem Wumms, dass der Rock´n´Roll noch lange nicht tot ist. Von Miami nach Eindhoven scheint es bisweilen ein Katzensprung zu sein, denn auch Mozes And The Firstborn begeistern mit einer wuchtigen Melange aus 60s-Garage-Pop, Surf-Sound und 70er-Punk, die so begeistert, dass ein Zuschauer Frontmann Melle Dielesen am liebsten gleich wegtragen möchte. Die Belgier Fùgù Mango unterstreichen danach mit großem Besteck, dass sich „Tropical Indie“ und „Belgien“ nicht ausschließen, bevor Men I Trust aus Montreal weit nach Mitternacht das Publikum in ein Bad aus Milch und Honig tauchen, mit ihrem sagenhaft tiefenentspannten Indiepop Kopf, Herz und Tanzbein gleichermaßen ansteuern und so mit einem wirklich sensationellen Auftritt für das letzte i-Tüpfelchen sorgen.


Weitere Infos: feinegesellschaft.blog
© 01. Juni 2018  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld ||| Datenschutz
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