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MOGWAI - 17.10. E-Werk Köln

Besucht der mit allen Konzertwassern gewaschene Anhänger der seit über zwanzig Jahren bestehenden Glasgower Post-Rocker eines ihrer Konzerte, weiß er in der Regel, dass es ein Utensil gibt, dessen Verwendung er trotz seiner möglicherweise vorhandenen Aversion gegen dieses besser verwenden sollte: Gehörschutzstöpsel. Nicht umsonst stehen solche - verbunden mit der ausdrücklichen Empfehlung Gehörschutz zu tragen - auch am Einlass bereit. Konzertbesucher ohne Erfahrungen im konzertanten Kontakt mit den Schotten mögen sich darüber nach den ersten Songs (Crossing The Road Material / I´m Jim Morrisson, I´m Dead / Brain Sweeties) angesichts der leisen Töne, des bedächtigen Tempos und der fast schon kontemplativen Ruhe verwundert die Ohren gerieben haben. Mit „Party In The Dark“, einem Uptempo-Stück vom neuen Album änderte sich zwar die Gangart, aber das Sprühen der ersten Zündfunken war erst dem darauf folgenden „Rano Pano“ vom „Hardcore Will Never Die, But You Will“-Album vorbehalten, als das Keyboard gegen die vierte Gitarre ausgetauscht wurde und die Zeit der Stöpsel gekommen war. Das war der Moment, ab dem es sich auch anfühlte wie ein Konzert von Mogwai, und wenn man umherblickte, spiegelten die Gesichter der Umstehenden dieses Gefühl wider. Mit „Haunted By A Freak“ vom 1999er Jahrhundert-Album „Come On Die Young“ folgte ein wunderschönes, wie aus einem Guss fließendes Stück zum Herunterkühlen der Trommelfelle. Diese sollten erst wieder mit dem imposanten „We´re No Here“ in Fahrt kommen und für echte Glücksmomente sorgen. Nach zwölf Stücken verließ die Band die Bühne, kam aber umgehend mit „Remurdered“ wieder zurück. Den Höhepunkt des Abends hatten sich die Fünf für den Schluss vorbehalten: „Mogwai Fear Satan“ ist auch nach 20 Jahren immer noch ein beeindruckender weil spannend aufgebauter, furios fräsender 10-Minüter, der die Besucher mit donnerndem Nachhall in die Nacht entließ.
© 01. November 2017  WESTZEIT ||| Text: Marco Pawert
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