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ALGIERS - 21.06.2017 Gleis 22 Münster

 
Kompromisslos, fordernd, mitreißend – so sind Algiers in Münster. Wo andere Bands gefallen wollen, geht es den ursprünglich aus Atlanta stammenden „Hohepriestern der Sozialkritik“ vor allem darum, wachzurütteln. Auf der Gleis-22-Bühne tun die vier Musiker das mit ohrenbetäubender Lautstärke, unbändiger Power und betont experimentellem Gefrickel, das immer wieder für gewollt unbequeme, ja schrille Kontrapunkte im breit gefächerten Klangspektrum zwischen hypnotisch-düsterem Post-Punk und souligem Gospel sorgt. Dass einige der mit versteckten Referenzen und musikalischen Fußnoten gespickten Songs hier und da sogar etwas überfrachtet anmuten, mag man da fast als Teil des Konzeptes auslegen, denn die aktuelle Algiers-LP ´The Underside Of Power´ ist der intelligente Soundtrack zum politischen Chaos des Hier und Jetzt, ein Spiegelbild unserer Umwelt zwischen künstlerischer Avantgarde und politischer Radikalität. Noch wichtiger als der Sound der Band ist an diesem Abend allerdings der atemberaubende Vortrag von Frontmann Franklin James Fisher, der – bisweilen am Bühnenboden kauernd – singt, schreit und mahnt und seine aufwieglerischen Texte mit jeder Faser seines Körpers zu leben scheint, wenn er rund 80 Minuten lang den Widerstand predigt. Ein gerechtes Brett.


Weitere Infos: www.algierstheband.com
© 01. August 2017  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld
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