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E - 26.01.2017 Schokoladen Berlin

Thalia Zedek (Come), Jason Sanford (Neptune) und Gavin McCarthy (Karate) sind Veteranen des experimentierfreudigen, noisigen Indierock, aber gemeinsam klingen sie eher wie junge Wilde, wenn sie auf der Bühne mit blindem Verständnis all ihre Einflüsse originell in einen oft schroffen, aber betont fokussierten Sound zwischen gebrochenem Post-Punk und dissonantem Post-Rock mit Haken und Ösen lenken. Mit seiner Spannung, Intensität und Wut trifft das Bostoner Power-Trio zudem den Nerv der Zeit, das beweist auch der Andrang: Es ist rappelvoll im Schokoladen. Im gleichen Klangkosmos zu Hause wie Circle X, Mission Of Burma, Sonic Youth oder gar Shellac und Slint, zelebrieren E bei ihrem mitreißenden Auftritt, inspiriert von der Vergangenheit, den messerscharfen Soundtrack einer chaotischen Gegenwart und einer ungewissen Zukunft, schlagen eine Brücke von kühler Mechanik zu hitzigen Emotionen. So gehen die drei Tausendsassa, deren textliche Neigungen, musikalische Präferenzen und klangliche Vorlieben hier beeindruckend gleichberechtigt zur Geltung kommen, dem Publikum gleich beim Opener ´Regatta´ mit unbeugsamer Power an die Gurgel, bevor sie bei ´I Want To Feel Good´ Aggressionen auf kleiner Flamme kochen, beim aufrührerischen ´The Candidate´(mit McCarthy am Mikro!) ihre politische Frustration herausschreien und erst bei der atmosphärischen Zugabe ´Water´ einen Hoffungsschimmer am Horizont auftauchen lassen. Energie, Melodie, Krach, Subtilität und ein untrügliches Gespür für eigenwilliges Songwriting und gesangliche Kompromisslosigkeit – E verkörpern bei diesem triumphalen Konzert all das.


Weitere Infos: abandcallede.com
© 01. März 2017  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld
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