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HALEY HEYNDERICKX - 04.12.2016 Hafen 2 Offenbach

 
Außergewöhnlich – dieses Adjektiv beschreibt Haley Heynderickx am besten. Bei ihrer entspannten Sonntagnachmittag-Matinee in Offenbach bezaubert die zierliche, sensible Singer/Songwriterin aus Portland mit einer schwer in Worte zu fassenden Melange aus niedlicher Verschrobenheit, unbedingter Ehrlichkeit und einer erstaunlich großen musikalischen Bandbreite, die vermutlich genau das Ergebnis der fehlenden Fokussierung ist. Ihre im Folk verwurzelten Songs voller Sehnsucht sind zerbrechlich, aber trotz eines Hangs zu einer gewissen Düsternis auch oft augenzwinkernd humorvoll, etwa, wenn sie die erste Begegnung ihrer philippinischen Mutter und ihres amerikanischen Vaters in ´Fish Eyes´ vertont: „Sie haben sich über den Christian Pen Pal Service kennengelernt – das ist wie Tinder, nur mit Briefen“, erklärt sie augenzwinkernd. Klanglich streift sie mit ihren Liedern Elliott Smith und Angel Olsen, doch als Performerin ist Haley eine echte Naturgewalt, die nicht mehr braucht als eine Akustikgitarre, oft abenteuerliche Tunings und ihre einnehmende Stimme, mit der sie bisweilen sogar an Nina Simone erinnert. Virtuos als Instrumentalistin, immens abwechslungsreich und feinsinnig als Songschreiberin und höchst amüsant als herrlich ungekünstelte Entertainerin macht sie sich so selbst Klassiker von Bob Dylan (´Girl Of The North Country´) und Jackson C. Frank (´Blues Run The Game´) mühelos zu eigen. Kaum zu glauben, wie viel Talent in dieser kleinen Person steckt.


Weitere Infos: facebook.com/haleyhannahheynderickx
© 01. Februar 2017  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld
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