interviews
kunst
artexpo
cartoon
konserven
liesmich.txt
filmriss
dvd
vorlesungs-
verzeichnis

cruiser
agenda
live reviews
stripshow
lottofoon
kontakt
PJ HARVEY - 20.06.2016

 
Zitadelle Spandau, Berlin
Als Künstler in den „1960er/70er Jahren“ noch politisch Stellung bezogen, z.B. für Frieden, war Rockmusik mehr als lediglich Entertainment. PJ Harvey erneuert diese Kultur nun dadurch, dass sie u.a. „alte Ideale“ wiederentdeckt: Sie hat es im Kontext ihres einzigen Deutschlandkonzerts zum neuen Album „The Hope Six Demolition Project“ geschafft, Popmusik und Völkermord unter einen Hut zu bringen! Bereits der Einmarsch zu „Chain Of Keys“ mit ihren acht Musikern macht klar – hier bezieht jemand Stellung! Mit Pauken und Trompeten geht es auf die Freilicht-Bühne der Zitadelle. Das Publikum klatscht, auch wenn die richtig große Stimmung bei Thematiken wie Vernichtung / Verwüstung natürlich nicht aufkommen kann. Das Konzert kommt eher einer theatralischen Aufführung gleich. „The Orange Monkey“, „The Wheel“ sowie diverse weitere wunderbare Songs vom aktuellen Album folgen. Paukenschläge, Choreinlagen, Marschrhytmen mit Angriffsfanfaren („The Glorious Land“) ziehen über ein mit Fressbuden voll gestelltes Areal. Die, gelinde gesagt, gesellschaftskritischen Songs vom neuen „The Hope Six Demolition Project“ beherrschen das Programm. Das Vorgängeralbum „Let England Shake“ ist ebenfalls gut vertreten. Doch auch alte Klassiker wie „50ft Queenie“, „To Bring You My Love“, sowie als Zugabe „A Perfect Day Elise“, fehlen nicht. Insgesamt fast zwei Stunden Entertainment auf höchstem Niveau! Ein Konzert wie eine Zeitreise. Trotz üppiger Eintrittspreise war das Gelände obendrein doch sehr gut gefüllt. PJ Harvey ist trotz ihrer 25 Jahre im Geschäft aktueller denn je! Aus RockPunk wurde hochwertige Gesellschaftskritik!

Weitere Infos: www.citadel-music-festival.de
© 01. August 2016  WESTZEIT ||| Text: Ralf G. Poppe
Live-Reviews

Links

suche