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Hgich.T - 30.10.2015 Die Villa Leipzig

 
Mit großer Vorfreude auf eine interessante Musikdarbietung machte ich mich am Abend vor Halloween auf den Weg ins nahe Leipzig. Dort angekommen schritt ich stolz an der Schlange der Nochnichtkarteninhaber entlang und stieg die Treppen in den Keller der Villa hinab, wo in einer LSD-schwangeren Schwarzlichtdeko bereits heftiger Techno dröhnte. Bin ich falsch? Ist das der Kindergeburtstag der ADHS-Selbsthilfegruppe? Wo ist eigentlich mein professioneller in-ear-Gehörschutz? Irgendwann - der Keller war inzwischen voller Menschen mit Leuchtfarben-make-up und Warnwesten über den nackten Leibern - betraten einige seltsame Gestalten den Raum, um zum anhaltend infernalisch lauten und bassbetont wummernden Elektro eine, nun ja, außergewöhnliche Performance abzuhalten. Der Rezitator mit der Handynummer auf der Stirn durchmaß beständig surreale Botschaften absondernd die wogende Menschenmasse, ein bis zwei Frauen bewegten sich merkwürdig auf der Bühne und stießen gelegentlich Textzeilen aus. Ein Kerl mit ungepflegten langen Haaren malträtierte eine E-Gitarre, was im allgemeinen Krach aber nur optisch wahrnehmbar blieb. Es gab sogar eine Stelle, da sang irgendeiner dieser Menschen. Die tanzende Menge trug die Interpreten zeitweise buchstäblich auf den Händen - was da angesichts der niedrigen Decke und der heißen Scheinwerfer alles hätte passieren können! Es war jedenfalls unglaublich und Flucht aus diesem Zusammenbruch des abendländischen Kulturverständnisses schon rein platzmäßig unmöglich. Es war - kurz gesagt - das beste Konzert, das ich seit langem erlebt habe!


Weitere Infos: www.hgicht.de
© 01. Dezember 2015  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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