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THE BARR BROTHERS - 15.10.2014 Studio 672 Köln

 
Eine Harfe, eine Fahrradfelge, die am Schlagzeug ein Becken ersetzt, eine Pedal-Steel, windschiefe Uraltakustikgitarren und über die ganze Bühne verstreute internationale Percussioninstrumente machen bereits vor Beginn klar: Alltäglich sind The Barr Brothers ganz sicher nicht. Beim ersten Lied brauchen die fünf Musiker aus Montreal allerdings kaum mehr als eine leise Akustikgitarre, um für eine erste Gänsehaut zu sorgen. Sänger/Gitarrist Brad Barr, sein etatmäßig am Schlagzeug sitzender Bruder Andrew und Multiinstrumentalist Joe Grass versammeln sich in der Bühnenmitte und singen inbrünstig gemeinsam "When The Heroine Dies", und schlagartig wähnen wir uns im Keller von Big Pink in Woodstock, wo Bob Dylan und The Band 1967 die "Basement Tapes" aufnahmen. Doch den Barr Brothers geht es nicht allein um das musikalische Vermächtnis der Vergangenheit. Das unterstreicht gleich danach ihre modernste Nummer "Love Ain´t Enough", bei der die Harfe die Rhythmusgitarre ersetzt und mit einem mantraartigen Riff eine unwirkliche Stimmung erzeugt, mit der der Rest der Band eine Brücke zurück zum Indie-Folk-Boom der Neuzeit schlägt und ganz nebenbei ein Händchen für echte Ohrwürmer beweist. "Lord, I Just Can´t Keep From Crying" dagegen wächst sich am Ende zu einer stampfenden Blues-Jam-Session aus und sorgt für ein letztes lautes, wildes, mitreißendes Ausrufezeichen, bevor mit "Cloud (For Lhasa)" das Publikum, das den ganzen Abend über gebannt gelauscht hat, sanft in die Nacht und damit in die Realität entlassen wird.


Weitere Infos: thebarrbrothers.com
© 01. Dezember 2014  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld
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