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MESSER - 27.02. Hotel Shanghai Essen

 
Drangvoll ist es vor der eigentlich gar nicht existenten Bühne des Hotel Shanghai. Auf kaum mehr als sieben Quadratmetern stehen sich die vier Musiker der Gruppe Messer und ihr Live-Percussionist beim Start der "Die Unsichtbaren"-Tour fast selbst ein wenig im Weg, doch das Gefühl der Klaustrophobie passt wunderbar zu den Münsteranern. Illuminiert werden die Musiker derweil ausschließlich von den Projektionen, die hinter der Trommelfraktion an die Wand geworfen werden, doch sogar das passt: Messer SIND an diesem Abend "Die Unsichtbaren". Auch geredet wird praktisch nicht – die Texte sprechen für sich. Doch selbst wer nicht Verweisen auf Adorno und Expressionismus oder Bezügen zum NSU-Prozess und der deutschen Flüchtlingsproblematik nachspüren will, bekommt viel geboten. Messer haben die Suche nach dem musikalisch Unperfekten, dem Fehlerhaften, dem Brüchigen inzwischen perfektioniert. Viel mehr noch als bei den Shows zum Debüt "Im Schwindel" präsentiert sich die Band in Essen als musikalisch geschlossene Einheit in ihrer dunkel funkelnden Post-Punk-Welt. Hatte damals die Gitarre noch den Bass unterstützt, sind beide Instrumente nun – zumeist effektbeladen – gewissermaßen auf Augenhöhe. Gleiches gilt auch für die beiden Schlagwerker, die nicht nur beim gnadenlos ausgewalzten, hypnotischen Schlussstück "Gassenhauer" gemeinsam begeistern. Nach kaum mehr als 50 Minuten ist der höllisch laute Spuk vorbei. Eine mögliche Zugabe verhindert ein etwas übermotovierter DJ des Hotel Shanghai, doch das ist nicht weiter schlimm. Bleibenden Eindruck hat die Gruppe Messer auch so hinterlassen.


Weitere Infos: gruppemesser.blogspot.com
© 01. April 2014  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld
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