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HOWE GELB & BAND - 04.03. Zakk Düsseldorf

 
Wie dieser Abend wohl mit Beteiligung von Steve Shelley ausgegangen wäre? Leider musste der Sonic-Youth-Drummer krankheitsbedingt absagen, doch statt einen standesgemäßen Ersatz zu suchen, setzte Schlitzohr Howe Gelb einfach seinen etatmäßigen zweiten Gitarristen Gabriel Sullivan an die Schießbude und erklärte den Auftritt am Karnevalsdienstag zur öffentlichen Probe. Dass Sullivan und (Kontra-)Bassist Thoger Tetens Lund bisweilen Ansagen vom Schlage "… und den Rest seht ihr dann schon" als Anweisung reichen mussten, sorgte hier und da für Irritationen, aber auch für goldige Momente. Mit stoischer Ruhe improvisierte der alte Kauz aus Tucson, den Hut schön tief im Gesicht, völlig umgekrempelte Versionen von Songs der aktuellen "The Coincidentalist"-LP, alte Giant-Sand-Nummern und manchmal auch einfach nur schwer zu definierende Obskuritäten. Selbst das Reißen einer Saite an seiner Trödel-Gitarre nach nicht einmal einer halben Stunde brachte den Amerikaner nicht ins Wanken. Kurzerhand setzte er sich einfach an seine „Piano-App“, sprich: sein elektronisches Keyboard und experimentierte munter mit allen möglichen (und unmöglichen!) Soundeinstellungen drauflos. "Leider kann ich am Klavier nur traurige Lieder spielen ", warnte er seine Zuschauer noch, aber da war der Abend längst auf dem für Howe seit Jahrzehnten so typischen Terrain jenseits von Gut und Böse gelandet. Mit dieser (herrlich) schrägen Performance wären wohl nicht viele Künstler durchgekommen, aber die Fans des 57-Jährigen sind von ihrem Idol so einiges gewohnt, und deshalb gab es im kleinen Club des Zakk trotz nahendem Aschermittwoch auch keine Katerstimmung.


Weitere Infos: www.howegelb.com
© 01. April 2014  WESTZEIT ||| Text: Carsten Wohlfeld
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