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THE SPECIALS - 20.09.2011 ColumbiaHalle, Berlin

 
The Specials kommen! Und sie spielen mit Ausnahme von Jerry Dammers in Originalbesetzung. Das ist nicht einfach nur ein Konzert. Das ist ein Ereignis. So liegt denn auch schon lange vor dem Konzert ein spürbares Prickeln in der Luft. In die Erwartung des Konzertbeginns schiebt sich immer der Gedanke, wie lange das alles her ist. Ein Blick in die von der Zeit gezeichneten Gesichter des Publikums macht klar, dass sich bereits 2009 die Bandgründung zum 30. Mal gejährt hat. Die nachfolgende Schaffenszeit ist kurz aber ungestüm, bringt aber Stücke wie „Rude Boys Outta Jail“, „A Message To You Rudy“, „Too Much Too Young“ oder das hochpolitische „Ghost Town.“ Dann verscheucht das Fallen des weißen Vorhangs und das Auftauchen der stilvoll gealterten und dabei grauer gewordenen Musiker nostalgische Grübeleien. Der Sound ist tadellos. Ganz egal, ob es Lynval Golding mit seiner Gitarre ist oder Roddy Byers aka Roddy Radiation, ob es die Rhythmusgruppe mit Bassist Horace Panter und dem tommelnden John Bradbury, die Musiker sprühen vor wilder musikalischer Energie. Fast kommt ein Sturm auf. Doch einer steht fast einsam in der Brandung, Sänger Terry Hall. Stoisch, steif, ruhig steht er da und bewegt schwer die Lippen. Die fast einzige Bewegung ist die seiner zigarettehaltenden Hand zum Mund. Doch depressiv und bewegungslos war er auch früher schon mal. Also nicht ablenken lassen und den grandiosen Liedern und Texten pure und endlose Begeisterung zu schenken. „Enjoy yourself (It's later than you think)“, ein Stück aus den Endvierzigern singen The Specials am Ende. Alles haben sie gespielt, da ist die Abwesenheit von „Ghost Town“ fast zu verschmerzen.
Selbst als, nach etwa 70 Minuten, die Lichter längst wieder an sind und auf der Bühne schon schon erste Abbaumaßnahmen stattfinden, forderten die Fans lautstark und mit vehementem Becherwerfen weitere Zugaben und verzeichnen sogar eine Erfolg: sie kriegen noch den Instrumental-Klassiker „Guns Of Navarone.“ Wieder draußen vor der Halle und unsanft von der Realität geknutscht, steht sofort die Frage, ob das alles ein süßer Traum war?
Text + Photos: Franz X.A. Zippeerer
© 01. November 2011  WESTZEIT
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