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MEN & CHICKEN - DCM Film Distribution

 
Zehn Jahre nach seinem bislang größten Erfolg mit ADAMS ÄPFEL kehrt Drehbuch- und Regie-Wunderkind Anders Thomas Jensen mit einem neuen Trumpf zurück ins Kino. Dabei legt das dänische Äquivalent zu Wes Anderson noch eine Schippe an Absurdität und schwarzem Humor drauf, was verwundert, nimmt man seine bisherigen Filme wie FLICKERIING LIGHTS (2000), DÄNISCHE DELIKATESSEN (2003) und ADAMS ÄPFEL (2005) als Ausgangslage. Nach der Verballhornung von Kirche und Kannibalismus ist die Zeit gekommen nun die zeitgenössischen Themen Bio-Ethik, Genetik und Laktoseintoleranz zu ‚verwursten‘. Was unter anderen Umständen zu Augenrollen und Fremdschämen seitens der Zuschauer führen könnte, wird durch die sichere Inszenierungskunst Jensens und die Professionalität seines Ensembles sicher umschifft, allen voran von Mads Mikkelsen (DIE JAGD), der bereits bei all seinen bisherigen Regie-Arbeiten mit von der Partie war. Gerade in dieser letzten Rolle als infantiler Retortenjunge Elias beweist er Mut zur Hässlichkeit und liefert durch sein gekonntes Minenspiel den Zugang zu einer unvergleichlichen Persona.
Im Grunde handelt es sich bei dem Film um eine Familiengeschichte und das Verhältnis innerhalb einer Gruppe von Geschwistern. Zunächst treffen wir auf Gabriel (David Dencik), einen missmutigen Akademiker, am Sterbebett seines Vaters. Als er seinen Bruder Elias (Mads Mikkelsen) vom Ableben ihres Erzeugers berichten will, unterbricht er diesen bei der Masturbation auf einer Restauranttoilette, was wie bald klar wird, für ihn so selbstverständlich und häufig ist, wie für andere essen und schlafen. Somit haben die zwei Brüder wenig gemein, was sie als Verwandte identifizieren würde, außer einer Hasenscharte. In einer Videobotschaft des verstorbenen Vaters erfahren sie, das weder er ihr biologischer Erzeuger ist noch ihre Mutter ihre Erzeugerin. Für Gabriel stellt sich eine relative Entspannung ein, da sich endlich bewahrheitet, was er seit einer Ewigkeit erhofft hatte, nämlich das Elias und er niemals verwand sein können. Doch es kommt alles anders und zwar um einiges absurder, als sie das jemals für möglich gehalten haben…
DE/ DK 2014, Regie: Anders Thomas Jensen
Darsteller: Mads Mikkelsen, David Dencik, Nikolaj Lie Kaas u.a.
Kinostart: 02.07.2015

Weitere Infos: http://dcmworld.com/distribution
© 15. Juli 2001  WESTZEIT ||| Text: ellen_paris
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