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PIETA - mfa+

 
Der Begriff ‚Pieta’ steht im Italienischen für Mitleid, Barmherzigkeit und Frömmigkeit. Im kunstgeschichtlichen Zusammenhang wird er auch zur Beschreibung von Statuen und Gemälden verwendet, die die trauernde Mutter Gottes mit dem Leichnam Christi zeigen. Kim Ki-duk, der erfolgreichste Filmemacher Südkoreas, verwendet den Begriff in seinem neuesten und in Venedig bereits mit Gold veredelten Film in all seinen Erscheinungsformen.
Der skrupellose Geldeintreiber Lee Kang-do (Lee Jeong-jin) lässt hoch verschuldeten Handwerkern das Blut in den Adern erstarren, wenn er mal wieder seine Runde dreht um horrende Säumniszinsen einzutreiben. Dabei wendet er eine perfide Methode an: Um ihre Unfallversicherungssumme zu kassieren, verwandelt er gesunde Menschen zu Krüppeln und verbaut ihnen und ihren Familien somit jegliche Existenzgrundlage.
Familie ist für ihn selbst ein Fremdwort, seit ihn seine Mutter (Cho Min-soo) als Kind verlassen hat. Diese taucht jedoch unter ödipalen Bedingungen wieder in seinem Leben auf, konfrontiert ihn mit seinen Dämonen und setzt Lees Charakterkonstruktion außer Kraft. Seine Unberührbarkeit und Apathie erhalten neue, tiefe und unumkehrbare Risse. Wie kommt so jemand dann im Leben klar und hat er überhaupt einen Anspruch auf Gnade? Und: Wer hat darüber zu entscheiden?
Kim Ki-duk changiert gekonnt zwischen religiöser und libidinöser Symbolik und sorgt damit für potenzgeladene Bilder, die teilweise ins Surreale übergehen. Trotzdem lässt die überproportionierte Gewalt den Zuschauer nicht zur Ruhe kommen und sorgt mit dafür, dass der Kinobesuch noch nach nachwirkt.
KR 2012 Regie: Kim Ki-duk
Darsteller: Cho Min-soo, Lee Jeong-jin, Woo Gi-hong u.a.
Kinostart: 08.11.2012

Weitere Infos: www.mfa-film.de/kinofilme/kino-titel/pieta
© 12. November 2001  WESTZEIT ||| Text: ellen_paris
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