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OH BOY - X-Verleih

 
Das Studium gilt gemeinhin als Übergangsphase zwischen Kind- und Erwachsensein. Erwartungsgemäß sollte also ein gewisser Grad an Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit dem eigenen Leben erreicht worden sein, bevor man die behütete Uni-Welt in Richtung Selbstbestimmung verlässt. Was geschieht aber mit Studienabbrechern, die ins akademische Niemandsland der Selbstverleugnung geraten? Dieser Frage geht Regisseur und Drehbuchautor Jan Ole Gersters Spielfilmdebut nach. In der Hauptstadt der driftenden Existenzen – Berlin – entlässt er seinen Protagonisten unter anderem mit der Frage, warum man in Deutschland nirgends mehr eine unprätentiöse Tasse Kaffee bekommen kann.
Man hätte Niko (Tom Schilling) als Lebenskünstler titulieren können, wäre er gezwungen sein bonvivantes Leben mit eigenen Mitteln zu meistern. Da er jedoch noch großzügig von seinem Vater unterstützt wird, passt wohl eher die Bezeichnung ‚verwöhntes Bonzen-Kind‘. Nichts desto trotz müssen auch jene Naturgestalten sehen, dass sie klarkommen. Und so macht sich der Endzwanziger, nachdem er sein Studium hinter sich gelassen hat, auf einen anderen Weg der Erkenntnis, der ihn auf die Straßen Berlins führt.
Dieser romantische Trip wird eines Tages jäh gestört, als eine Armada an unvorhergesehenen Ereignissen sich in Nikos Leben breit macht: Papa (Ulrich Noethen) streicht die Zuschüsse, die Freundin macht Schluss und auch sein Therapeut hat nichts besseres zu tun, als ihm „emotionale Unausgeglichenheit“ zu bescheinigen.
In kontrastreichen Schwarz-Weiß-Bildern schafft Gerster betörende Parallelräume zum heutigen Berlin, das sich konstant und bis zur Unkenntlichkeit selbst neu erfindet. Tom Schilling, in einer seiner bislang stärkten Filmrollen und ein Film, der das Potential hat in die internationale Filmgeschichte einzugehen.
DE 2012, Regie: Jan Ole Gerster
Darsteller: Tom Schilling, Marc Hosemann, Friederike Kempteru.a.
Kinostart: 01.11.2012

Weitere Infos: www.ohboy.x-verleih.de
© 12. November 2001  WESTZEIT ||| Text: ellen_paris
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