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DIE FRAU DIE SINGT - Arsenal

Die aus dem Nahen Osten stammende Sekräterin Nawal Marwan lebt zusammen mit ihren Kindern - den Zwillingen Jeanne und Simon – in Kanada. Als sie stirbt, eröffnet ihr Vorgesetzter, Notar Lebel, ihnen ihren letzten Willen. Sie sollen ihren, bis dato für tot gehaltenen Vater und ihren Bruder, dessen Existenz ihnen nicht bekannt war, aufsuchen und ihnen jeweils einen Brief von ihr übergeben. Jeanne ist direkt motiviert und reist in den Nahen Osten, da sie sich dadurch Klarheit hinsichtlich der Verstummung ihrer Mutter in deren letzten Lebensjahren erhofft. Ihr Bruder hingegen scheint eher desinteressiert und bleibt vorerst in Kanada. Als Jeanne bei ihren Recherchen jedoch auf bittere bis schockierende Wahrheiten stößt, bleibt ihrem Bruder nichts anderes übrig als hinzufahren und ihr beizustehen.
Parallel verfolgt man in Rückblenden die Leidensgeschichte von Nawal, deren Leben durch die verbotenen Beziehung zu einem Moslem und die dadurch resultierende Schwangerschaft in einen Sog aus Schmerzen und Erniedrigungen gerät. Über einen Weg der persönlichen und politischen Verstrickungen landet sie im Gefängnis, wo sie sich jedoch den vielfältigen Versuchen sie zu brechen widersetzen kann, was sich durch ihr Singen manifestiert.
Die Filmadaption des preisgekrönten Theaterstücks 'Incendies' und gefühlter Gewinner des diesjährigen Oskars in der Kategorie 'Bester fremdsprachiger Film' lässt einen von der ersten bis zur letzten Minute nicht los. Der klassische Aufbau einer ödipalen Tragödie wirkt niemals langweilig oder vorhersehbar. Die Charaktere sind komplex gezeichnet und die Darsteller entsprechend treffend besetzt. Lubna Abazal als Nawal überzeugt ebenso wie ihr Vergewaltiger hinsichtlich der Motivation ihres Spiels. Als Darbietung des Nah-Ost-Konflikts sicherlich der beste Film seit langem.
CA 2009, Regie: Denis Villeneuve
Darsteller: Lubna Azabal, Mélissa Désourmeaux-Poulin, Maxim Gaudette, Rémy Girard u.a.
Kinostart: 23.6.11

Weitere Infos: http://www.incendies-lefilm.com
© 01. Juni 2011  WESTZEIT ||| Text: ellen_paris
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