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NOWHERE BOY - Senator

 
Matt Greenhalgh hat bereits mit seinem Drehbuch zu „Control“, der Biografie über Ian Curtis (Joy-Division) gezeigt, dass er sich darauf versteht, die Geschichte „hinter“ der Band aufzustöbern. Diesmal hat er sich John Lennon zum Thema genommen und entwirft in „Nowhere Boy“ eine Story, die weitgehend alles ausspart, was mit der Erfolgsgeschichte der Band zu tun hat (wodurch die Erwartungen des 08/15-Beatlesfans aufs Wunderbarste enttäuscht werden). Stattdessen thematisiert der Film die Jugend von Lennon, der bei seiner Tante Mimi und seinem Onkel George aufwuchs.
Im (historisch wohl nicht immer ganz genauen) Film trifft John nach dem Tod seines Onkels recht unverhofft seine leibliche Mutter Julia. Diese hatte ihn nach der Geburt nicht aufziehen können und an ihre Schwester „weitergereicht“. Gleichermaßen erschüttert über diesen frühen Verlust, wie auch fasziniert vom draufgängerischen Lebensstil seiner Mutter, beginnt der bis dahin eher schüchterne Junge sich zu ändern. Er rebelliert gegen die starre Ordnung, die in der Schule und im Haus seiner Tante herrscht. Begeistert zieht er stattdessen mit Julia durch die RocknRoll-Bars und beschließt, ebenfalls Musiker zu werden.
Doch die Mutter-Sohn-Zweisamkeit bleibt nicht lange unbeschwert. Julias neuer Ehemann ist von den Eskapaden seiner Frau genauso wenig begeistert wie Mimi, die sich um ihren Ziehsohn betrogen fühlt. Zwischen den Streitereien der Erwachsenen aufgerieben und über die eigene Zukunft im unklaren, stürzt sich John auf die Musik. Er gründet eine talentlose Skiffle-Band, freundet sich mit den erfahreneren Jungmusikern McCartney (haha, Thomas B. Sangster als grauenhaftes Milchgesicht) und Harrison an und … - genau dort endet der Film.
Das ist ziemlich lässig. Trotzdem hat der Film mit einem riesigen Problem zu kämpfen: Warum sollte man sich für die Pubertätsprobleme der Filmfigur John interessieren, wenn man doch weiß, dass das spätere Leben Lennons viel spannendere Geschichten zu bieten hat?
GB 2009, Regie:Sam Taylor-Wood
Darsteller: Aaron Johnson, Anne-Marie Duff, Kristin Scott Thomas, u.a.
Kinostart: 08.12.2010

Weitere Infos: www.nowhereboy.co.uk
© 01. Dezember 2010  WESTZEIT ||| Text: Chrisloew
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