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JUD SÜSS – FILM OHNE GEWISSEN - Concorde

Silvester im Deutschland des Jahres 1939: Der Schauspieler Ferdinand Marian (Tobias Moretti) hat mit einigen Komödienrollen von sich reden gemacht, da flattert ihm ein unangenehmes Angebot auf dem Tisch. Er soll auf Wunsch von Joseph Goebbels in einem Propagandafilm die Hauptrolle - einen Juden – spielen. Der Regisseur des Films, Veit Harlan (Justus von Dohnanyi), versucht Marian zwar davon zu überzeugen, dass der Film ein anspruchsvolles historisches Drama sei, doch nach Lektüre des Drehbuchs wird schnell deutlich, dass es sich um einen üblen Schmähfilm handeln wird. Marian, dem Naziregime eher ablehnend gegenüber eingestellt und nicht zuletzt um seinen Ruf als Darsteller jovialer Liebhaber besorgt, lehnt die Rolle ab. Doch Goebbels, der einen bekannten Namen als Zugpferd für die internationale Vermarktung benötigt, akzeptiert keine Zurückweisungen. Durch die Androhung eines Berufsverbotes und die Offerte zahlreicher Vergünstigungen schafft er es, Marian vor die Kamera zu bewegen. Doch schon bald nach den bejubelten Premieren im In- und im faschistischen Ausland bekommt Marian die fatalen Auswirkungen seines Tuns zu spüren.
Die (grundsätzlich wahre) Geschichte um die Verstrickung der Filmschaffenden in die Propaganda des Nationalsozialismus wird in dieser deutsch/österreichischen Filmproduktion an einigen Stellen etwas zugespitzt. So wird Marians Frau im Film zur Halbjüdin und ein jüdischer Freund Marians von diesem erst versteckt, dann zu Filmaufnahmen aus dem Ghetto „gerettet“. Ob diese „Korrekturen“ dem Film gut tun ist fraglich. Aber insgesamt bleibt der Film stimmig, seine Aussage deutlich und Moritz Bleibtreu zeigt, wie Goebbels ausgesehen hätte, wenn er nicht klein, schmächtig und fußlahm gewesen wäre.

D 2010, Regie: Oskar Roehler
Darsteller: Tobias Moretti, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, u.a.
Kinostart: 23.09.2010

Weitere Infos: www.jud-suess-film.de
© 01. September 2010  WESTZEIT ||| Text: Chrisloew
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