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JAMES C. SCOTT - Die Mühlen der Zivilisation – Eine Tiefengeschichte der frühesten Staaten

 
Suhrkamp, 329 S., 32,00 EUR
Die rhetorische Frage, wo denn bei der "neolitischen Revolution" der Fortschritt lag, ob also der Übergang von "Jagen und Sammeln" zu "Ackerbau und Viehzucht" überhaupt eine gute Idee war und tatsächlich als Weiterentwicklung begriffen wurde, beantwortet nicht nur Scott mit: "Eher nicht.". Im sehenswerten Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle stand ich schon vor vielen Jahren verblüfft vor einer Tafel, die u.a. darlegt, wieviel freie Zeit die vermeintlich ständig hungernden Steinzeitmenschen hatten. Scott untersetzt diese erstaunliche Erkenntnis hier nun in aller Gründlichkeit, mit wissenschaftlicher Präzision und dem populärwissenschafltlichen Anspruch, zumindest im Ansatz auch für interessierte Laien verständlich zu bleiben. Die Eignung von Getreide zur Speicherung und seine Meßbarkeit ermöglicht Besteuerung und damit erste Herrschaftsstrukturen, die Bevölkerung wird kontrollier- und damit auch regierbar. Deutlich höhere Geburtenraten gleichen die Verluste aufgrund neuartiger Zivilisationskrankheiten aus, Gleichheit (auch zwischen Mann und Frau) wird zu Hierarchie. Dabei muß(te) Seßhaftigkeit nicht zwangsläufig zu Ackerbau und Staat führen, auch das kann man aus diesem klugen Buch lernen, das die renitenten "Barbaren", die sich staatlicher Kontrolle lange entzogen, an mehr als einer Stelle feiert.

Weitere Infos: www.suhrkamp.de/buecher/die_muehlen_der_zivilisation-james_c_scott_58729.html
© 01. Oktober 2019  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla ||| Datenschutz
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