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WOLFGANG MÜLLER - Aus Liebe zur Kunst

 
Verbrecher Verlag, 167 S., 16,00 EUR
Wenn Müller über seine Liebe zur Kunst sinniert, ist das aus tiefstem Herzen ehrlich gemeint, hipper Zynismus ist dem Mißverständiswissenschaftler fremd. Ironie und Wortwitz hingegen nicht, auch ein geschliffenes Satiriker-Florett ficht er gern. Dada, Island, urheberrechtliche Probleme und sowieso Hinterfragungen aller Art zählen zu seinen Steckenpferden und die Rolle des die Nacktheit des Kaisers benennenden Kindes sowieso. Und natürlich hat er recht, wenn er darauf hinweist, dass der Umstand, dass die F.D.P./fdp/FDP (der Pünktchen oder Groß/Kleinschreibung manchmal wichtiger waren, als ihr politisches Programm) ihre Parteifarben schon 1972 von Grafikdesignern bestimmen liess, sehr viel über deren Weltsicht aussagt. Oder dass die PseudoProvokationen eines Jonathan Meese (Guido Westerwelle war bezeichnenderweise Meese-Sammler) das System eher stabilisieren als angreifen. Und Damien Hirst hat er ja schon in seinem "Kosmas"-Roman als Aufschneider entlarvt. Der Band sammelt die scharfsinnigen und -züngigen (zum größten Teil schon mal irgendwo veröffentlichten) Texte eines Künstlers, der Kunst rezensiert, hier schön kompakt.

Weitere Infos: www.verbrecherei.de
© 19. September 2018  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla ||| Datenschutz
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