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SYBIL SCHREIBER - Sophie hat die Gruppe verlassen

 
Salis Verlag, 143 S., 19,00 EUR
In der Schweiz scheint die in München aufgewachsene Autorin sehr bekannt zu sein, denn sie schreibt dort gemeinsam mit ihrem Mann die meistgelesene Zeitungskolumne. Ich kenne diese Texte nicht (man findet sie im Netz), aber wer bei ihrem Prosa-Debüt Spuren eines weiblichen Martenstein erwartet, liegt falsch. Schreiber widmet sich nicht den gesellschaftlichen Um- oder Missständen, sondern ermittelt vordringlich in Liebesdingen. Unglücklichen zumeist. Kleine Obsessionen scheinen durch die Geschichten, so tauchen recht häufig mißgebildete Beine auf und viele Liebespartner sind gestorben oder gerade dabei. Nun ist die Liebe eine ernste Sache, aber die Art und Weise, in der Schreiber darüber sinniert, ist nur auf den ersten Blick melancholisch-tiefgründig. Denn irgendwie beschleicht einen beim Lesen der kurzen "Storys" das Gefühl, es ginge nie wirklich bis ans Eigentliche, der schöne Vorhang würde nur gelupft, aber niemals herunter gerissen. Und die eingestreuten "Beziehungsweise..."-Sinnsprüche haben regelmäßig die Qualität dieses Beispiels: "manchmal bestellte sie sich online Blumen / und schrieb sich eine Karte dazu." Ganz ehrlich? Bei Salis ist schon Besseres erschienen.

Weitere Infos: www.schreiber-schneider.ch
© 01. August 2018  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla ||| Datenschutz
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