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KARL BARTOS - Der Klang der Maschine

 
Eichborn Verlag, 605 Seiten, 26,- EUR
Wie gut, dass das Recht am eigenen Bild auch das Recht am Bild der eigenen Puppe beinhaltet. Und so „schaut“ uns auf dem Cover seiner Klangbiographie das selbe Silikongesicht an, dass auch vor vier Jahren sein letztes Album zierte und das ab den späten 70ern bei so mancher Pressekonferenz anstelle der echten Herren Hütter, Schneider, Flür und Bartos der Öffentlichkeit gegenüber saß. Natürlich liegt der Fokus des Leserinteresses bei einem Buch von Karl Bartos auf seinen 16 Jahren bei Kraftwerk. Der unbestritten wichtigsten Band aller Zeiten und den Erfindern des 21. Jahrhunderts. Der gleichzeitig aber auch abgeschottetsten, verschlossensten und unkommunikativsten deutschen Band. So erhofft man sich – ebenso wie beim Buch von Wolfgang Flür 1999 – Einsichten in die zwischenmenschlichen Prozesse im Kling Klang Kosmos. Die bekommt man natürlich auch. Wobei Bartos, genau wie Flür vor ihm, stets gegen die Aussagen seiner ehemaligen Arbeitgeber ankämpft, dass Hütter und Schneider immer zusätzliche Musiker angestellt und bezahlt haben, die aber keinen oder kaum Einfluss auf die Entwicklung ihrer Vision hatten. Neben diesen durchaus spannenden Geschichten bekommt man von Karl Bartos aber noch viel mehr, das man vielleicht gar nicht erwartet hätte. Unzählige Anekdoten, die vor allem für ortskundige Rheinländer im dementsprechenden Alter äußerst interessant sind. Und vor allem die Geschichte eines Mannes, der sein ganzes mittlerweile 65 Jahre währendes Leben seiner Leidenschaft und Neugier für die Musik gewidmet hat.
© 01. Oktober 2017  WESTZEIT ||| Text: Dennis Behle
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