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CHRISTIANE HEINICKE - Leben auf dem Mars: Mein Jahr in einer außerirdischen Wohngemeinschaft

 
Knaur, 319 S., 16,99 EUR
Das Sujet ist interessant: in Vorbereitung auf die früher oder später wohl unausweichlichen Marsmissionen mit menschlicher Besatzung gehen sechs Probanten für 12 Monate in eine "Simulation". Auf Hawaii fand sich am Fuß eines öden Vulkans der geeignete Platz: fernab der Zivilisation baute man ein "Habitat" auf, das nur durch eine "Luftschleuse" betreten und verlassen werden konnte. Energieversorgung, Kommunikation, Verpflegung und Ausrüstung wurden ebenfalls realitätsnah inszeniert, die Gruppe hatte "Aufgaben" zu erledigen und "Außeneinsätze" zu absolvieren, aber auch Monotonie zu ertragen. Für das wissenschaftliche Begleitprogramm war weniger interessant, wie die "Raumfahrer" Wasser aus Vulkanerde oder Urin (rück)gewinnen, sondern welche emotionalen und sozialen Auswirkungen die Isolation bewirkt. Aus all dem hätte ein wirklich spannendes, im besten Fall sogar erkenntnisreiches Buch werden können, aber der deutschen Teilnehmerin fehlt leider die Gabe, die Dinge so zu erzählen und zu strukturieren, dass ein Leser ihr durch das gruppendynamische Auf und Ab folgen möchte. Die Beschreibungen der Erkundungsgänge in Vulkanhöhlen erschöpfen sich da ebenso schnell wie die Andeutungen zu internen Reibereien. Irgendwann kann man ja vielleicht die Berichte der ersten "richtigen" Marsflieger lesen, das hier ist auch in diesem Sinne nur eine "Simulation".

Weitere Infos: www.scilogs.spektrum.de/leben-auf-dem-mars
© 01. Juni 2017  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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