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FRANK RADDATZ (HRSG.) - Republik Castorf - Die Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz seit 1992

Alexander Verlag Berlin, 376 S., 18,00 EUR
Dass es Tim Renner nach seinem Wechsel in die Politik endgültig gelungen ist, die Zahl seiner Freunde auf ein Minimum zu reduzieren, überrascht wenig. Die Brachialgewalt, mit der er sich durch die Theater- und jetzt sogar Ballettlandschaft Berlins fräst, schon eher. So wurde dieser Sammelband von Gesprächen, die Raddatz mit Volksbühnlern führte, ungewollt zum Begleitbuch des unwürdigen Endes einer weit über die Stadt hinaus wirkenden Institution. Zu Wort kommen uva. Kathrin Angerer,, Sophie Rois, René Pollesch, Herbert Fritsch und Panzerkreuzerkommandant Frank Castorf himself. Alle Schauspieler betonen die grenzgängerische Körperlichkeit, die darstellerische Freiheit und das Fordernde, aber auch immer wieder Überraschende der Bühnenarbeit an diesem einmaligen Haus. Es geht darum "Dinge in Frage zu stellen, die man vorher für selbstverständlich hielt. (Hendrik Arnst)" und immer um Leben und Tod; Schweiß und Verletzungen sind der Mindesteinsatz. Als ästhetisches, aber auch soziales und politisches statement. "Wenn die Welt draußen so fahrradhelmmäßig eingerichtet ist, braucht es ein Gegengewicht wie das hier. (Bert Neumann - RIP)". Henry Hübchen bringt es auf den Punkt: "Die Republik Castorf ist eine Diktatur, versunken oder schwimmend in Anarchie." Nun wurde die trotzige Pflanze an der Wurzel gekappt und dieses schöne Buch wirkt wie ein Nachruf.

Weitere Infos: www.alexander-verlag.com/programm/titel/364-REPUBLIK_CASTORF.html
© 01. Oktober 2016  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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