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EVGENIJ VODOLAZKIN - Laurus

 
Dörlemann Verlag, 415 S., 25,00 EUR
Eins vorab, dieser Roman ist ein gutes Buch. Aber die auch von einigen Kritikern nur zu gern wiederholte Titulierung als "russischer Eco" wird weder dem Text noch seinem Autoren gerecht (und Eco auch nicht). Denn "Laurus" ist im Grunde eine Art "Medicus" für intellektuell anspruchsvollere Freunde des spätmittelalterlichen Rußlands. Der den Namen entlang seines Lebenswegs (der, so erklärt Vodolazkin gleich zu Beginn, bei aller Verschiedenheit der einzelnen Abschnitte erstaunlicherweise von einem einzigen Menschen begangen wurde) gleich mehrfach wechselnde Held erlernt als junge Waise vom einsiedlerischen Großvater das Heil- und Kräuterwissen, verliebt sich in eine junge Pestkranke, die dem schwarzen Tod entkommt, um nur wenig später in einer Schlüsselszene mitsamt dem totgeborenen Kind in eine andere Welt zu verschwinden. Jene nur für engherzige Zeitgenossen tote Ustina bleibt über das recht lange Leben des als Heiler durch die Welt (und in gewissem Sinne auch durch die Zeiten) ziehenden Mannes Sehnsuchtspunkt und Lebenssinn. Ob Heiliger oder "Narr in Christo", ob Einsiedler oder Pilger, eine erdverbundene Spiritualität umgibt den Mann, der allem Weltlichen leichten Herzens entsagt (damit sind wir dicht bei Hesse). Mit Einschüben in mittelalterlichem Duktus durchsetzt, ist das Buch kitschfrei und packend geschrieben, wobei die surrealen Elemente gern noch umfangreicher hätten sein können.

Weitere Infos: www.doerlemann.com
© 01. September 2016  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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