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TIM MARSHALL - Die Macht der Geographie

 
dtv, 304 S., 22,90 EUR
Der britische Autor ist Politik-Redaktuer bei Sky-News und gilt als Außenpolitikexperte. Nun könnte man eine weitere Analyse machtpolitisch diktierter Aggressionen erwarten oder noch eine Rechtfertigung westlicher Strategien zur Systemsicherung, doch Marshall sucht einen ganz anderen Zugang: er erklärt Weltpolitik mit Landkarten. Seine hochinteressante Extrapolation der Historie ist zwar manchmal etwas zu kurz gefasst und zwangsläufig auch - themen- und thesenkonform - zu geographielastig (individuelle, gesellschaftliche und systemische Motivationen und Interessen werden bis auf einige knappe Sätze im letzten Kapitel außer Acht gelassen), bietet aber kluge Betrachtungen zu Auswirkungen landschaftlicher Gegebenheiten auf politische Strategien. Man verzeiht dem in einem nicht unangenehmen Plauderton verfassten Text gern Fehler wie "vorprogrammiert" und "überwiegende Mehrheit" und auch die zumindest diskutablen Zahlen zur Ökonomie Afrikas, denn die Grundhaltung ist um Objektivität bemüht und weniger rassistisch als manche Tagesschau. Unsere "Flüchtlingskrise" zeigt ja gerade, wie zart die Zivilisationsschicht der postindustriellen Internet-sonst-was-Gesellschaft doch ist und wie schnell jene in überwunden geglaubte, historisch und eben auch geographisch bestimmte Rivalitäten kippt.

Weitere Infos: www.thewhatandthewhy.com
© 01. Mai 2016  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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