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UMBERTO ECO - Nullnummer

 
Hanser Verlag, 235 S., 21,90 EUR
Natürlich ist selbst ein schwaches Eco-Buch noch immer ein sehr gutes. Natürlich versteht es Eco, den Leser einmal mehr tief hineinzuziehen in die paranoide Parallelwelt der Verschwörungsfanatiker. Natürlich ist sein jüngster, nach eigenem Bekunden wohl auch letzter, Roman auch eine Abrechnung mit dem grotesken BoulevardImperialisten Berlusconi (bzw. mit dem dahinter stehenden System aus Angst und auch Erpressung). Natürlich weiß im Juni 1992 in Mailand jeder, dass sich Mobiltelefone niemals durchsetzen werden. Natürlich ist das aus dem Ruder gelaufene stay-behind-System mit Gladio an der Spitze kein schlechter Scherz, sondern beängstigende Realität. Und natürlich liest sich das phasenweise wie die Mailänder Fassung des Neuschwabenland-Unsinns (jaja, der Duce (über)lebte im argentinischen Vatikan). Nicht natürlich ist bei Eco aber, dass einige Passagen etwas lust- und ziellos formuliert scheinen, dass es an der komplizierten Komplexität mangelt, dass vieles zu klar und das Unklare zu uninteressant ist, dass die Figuren nicht "auserzählt" werden, sondern oft schablonenhaft bleiben müssen, dass dieses Buch wie die abschließende Erledigung einer leidigen Pflicht wirkt. Was wiederum einiges über den beklagenswerten Gesamtzustand der Welt aussagt.

Weitere Infos: www.hanser-literaturverlage.de
© 01. Dezember 2015  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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