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JÜRGEN LODEMANN - Siegfried - Die reale Geschichte

 
Klöpfer & Meyer, 191 S., 18,00 EUR
Man hat Lodemann schon vor fast 15 Jahren der "Geschichtsklitterung" geziehen und ihm - zumindest sublim - Germanen-Verherrlichung unterstellt. Dabei kann (und sollte) man seine Interpretation des häufig für dunklere Zwecke mißbrauchten und völkisch strapazierten Nibelungenmythos unvoreingenommen und mit größtmöglicher Aufmerksamkeit lesen. Das galt für den umfangreichen Roman "Siegfried und Krimhild" (2002) und das gilt für diese in "33 Szenen" kondensierte Fassung. Auch als Theaterstück (der Text ist als solches geschrieben, inkl. Regieanweisungen etc.) deutet Lodemann die Geschichte um den aufrechten Recken neu und - wieder - gesellschaftspolitisch. Die WaldKraft der alten Königin Ute verblasst gegen die aufkommende römisch(-katholisch)e Macht von Hagen und Bischof Ringwolf, der Ruf zum Frieden verklingt vor imperialen Ansprüchen. Weil Lodemann also Politik, Heimatforschung, Sprachkunde und (neue) Spannung in Eins bringt, ist dieses Buch unbedingt zum empfehlen. Es gilt noch nach 1500 Jahren: "Uns ist in alten mæren wunders vil geseit".

Weitere Infos: www.juergen-lodemann.de
© 01. Oktober 2015  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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