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CHAIM NOLL - Kolibri und Kampfflugzeug

 
Verbrecher Verlag, 183 Seiten, 21,00 EUR
Ex-POS-Schüler müssen beim Namen Noll unweigerlich an "Werner Holt" denken, doch auch der inzwischen 61jährige Sohn von Staatsschreiber Dieter Noll hat starke Literatur verfasst. Als Wehrdienstverweigerer früh mit dem System kollidiert, reiste Noll jun. 1984 nach West-Berlin aus, ging später nach Rom und schließlich nach Israel, wo er als Uni-Professor tätig ist. Ein langer Weg, kein gerader und doch ein sehr zielgerichteter, wie sich an den auf eben diesem Weg verfassten und hier mitsamt Entstehungsjahr und -ort editierten Gedichten Nolls ablesen lässt. Melancholisches und seltsam unbeteiligt-entgrenztes Beobachten des 89er Umbruchs auf der Folie Berlin, intensives Verarbeiten der in der Ewigen Stadt gewonnenen Eindrücke, lyrische Deutung der Freude, in der Wüste Negev eine Heimat zu finden. Und zugleich die Sorge um die Zukunft, trotz oder wegen der Erkenntnis "Es gibt kein Ende" (so die letzte Zeile des wunderbaren "An einen hebräischen Schreiber"). Konkrete politische Aussagen meidet Noll dabei weitgehend, auch die beiden titelgebenden Gedichte bringen eher Verwunderung denn Kampfeswillen zum Ausdruck. Figurative Radierungen von Nolls Partnerin Sabine Kahane stützen die Texte - auch hier wird keiner Mode nachgelaufen, sondern Empfindung manifestiert.

Weitere Infos: www.verbrecherverlag.de
© 01. August 2015  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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