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HEINER MÜLLER - Warten auf der Gegenschräge

 
Suhrkamp Verlag, 675 S., 49,95 EUR
Die Tatsache, daß der große Dramatiker Müller auch eine stattliche Zahl an Gedichten hinterlassen hat, ist wenig neu. Aber weil zu Lebzeiten der Lyriker deutlich hinter dem Stückeschreiber zurücktrat und das Wissen um den Nachdichter sowjetischer Propagandagedichte (nicht ohne Grund endet seine "Selbstkritik" in "Fernsehen" mit den Worten "Welches Grab schützt mich vor meiner Jugend"), den Autoren moderner Liebesgedichte, den sarkastischen Gegenwartskommentator und den launigen Witzereimer, der Müller sein konnte, über eine Vielzahl von Publikation verstreut wurde, ist dieser Sammelband mit der gesamten Müller-Lyrik eine editorische Sensation (die den entsprechenden Band der Werkausgabe würdig ersetzt). Streng chronologisch sortiert kann man auf 451 Seiten Müllers Sprachkunst erleben, die reichlich 100 Seiten Anhang geben analytische Einblicke in das Werk und seine Entstehungsgeschichte(n). Gerade die Gegensätze machen das Buch so intensiv: z.B. prangt auf S. 262/263 (Maerchen / Legende vom toten Milchmann) beinahe Lustiges neben Morbidem, auf S. 366/367 vom Schmerz der verinnenden Lebenszeit Geprägtes neben purer Melancholie (Berlin, 14.12.94 / Leere Zeit).
© 01. März 2015  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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