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BENJAMIN STEIN - Das Alphabet des Rabbi Löw

 
Verbrecher Verlag, 286 S., 24,00 EUR
Dieser Roman erschien schon 1995, damals unter dem Titel "Das Alphabet des Juda Liva". Was der Autor nun im letzten Jahr mit seinem Debut machte, würde man bei einer Musik-CD wohl "remixed", mindestens aber "remastered reissue" nennen. Stein überarbeitete und straffte den die dem kabbalistischen Sefer Jetzira innewohnenden Möglichkeiten durchspielenden Text, da ich aber nur die hier vorliegende Version kenne, lassen wir Betrachtungen zum Erfolg des Vorhabens außen vor und stellen lediglich fest, dass die wie die Kreuzberg-Version eines Eco-plots beginnende Geschichte sich sehr schnell auf eine hyperreale Ebene begibt, auf der die vielfältig verschachtelten und verknüpften Erzählstränge bei konzentriertem Lesen auf faszinierende Weise einen "Meta-Sinn" ergeben (ganz wie die "wirkliche Welt"). Ob nun die ewig zur Einsamkeit (und Alleinerziehung) verdammten ginsterkohlenäugigen Frauen (denen durchaus einige Ahasver-Motive zu eigen sind) oder der hier als 12jähriger Junge die Protagonisten abholende Golem, ob der durch die Macht des geschriebenen Wortes reinkarnierte Prager Rabbi Löw (stets in Filzpantoffeln) oder der gegen Wodka-Lohn (die) Geschichte(n) erzählende Herr Jacoby (welcher sich schon auf der ersten Seite mit einem wundervollen Telegramm verabschiedet: "bin verhindert da tot. notar meldet sich. beste grüße. jacoby") - sie alle finden in diesem nicht einfach zu durchdringenden, aber sehr anregenden Textlabyrinth zueinander.

Weitere Infos: www.verbrecherverlag.de
© 01. Juli 2014  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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