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MARTIN MANDLER - Shooting Stars

 
Luftschacht Verlag Wien, 236 S., 21,30 EUR
"Die Sender springen reflexartig auf dieses Thema auf und greifen sich jede Information, derer Sie habhaft werden können. In der Hektik der Situation vergessen sie, dass jemand diese Meldungen steuert ... Die Redakteure wissen zwar, aber sie haben gar keine Zeit, zu reflektieren, dass es jemanden gibt, der dieses Ergebnis in seiner öffentlichen Wirkung lenkt. Wir sehen nur ein Zerrbild dessen, was sich in Wirklichkeit ereignet hat." Stattgefunden haben mehrere Exekutionen von Boulevardprominenten: zuerst trifft die Kugel des monologisierenden Scharfschützen - ein Paparazzo mit Patronen - Dieter, später Heidi, Stefan überlebt zufällig. Sprachlich äußerst gekonnt lässt Mandler den in und an der Welt verlorenen Sniper mit Armeevergangenheit seinen zunächst kontrollierten, schnell und weltweit aber von Nachahmern, Epigonen und Trittbrettfahrern adaptierten Amoklauf reflektieren. Sätze laufen gekonnt ins Leere. Assoziationen auch. Von der eingangs zitierten Medienkritik über (Anti)Kriegsphilosophisches und moralische Analysen finden sich in diesem beeindruckenden, bösen und doch humanistischen, fiktionalen, aber wahrhaftigen Text viele Denkanstöße. Und gute Unterhaltung. "Niemand der sich in diesem Buch wiedererkennen könnte, ist tatsächlich gemeint." Nein, gemeint sind wohl eher wir alle.

Weitere Infos: www.luftschacht.com
© 01. Februar 2014  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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