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CLEMENS MEYER - Im Stein

 
S. Fischer Verlag, 559 S., 22,99 EUR
Meyer muß aufpassen. Zum einen könnte er (noch) größer als sein Vorläufer Fauser werden (gar an das ungenannte Vorbild Bukowski heranreichen). Andererseits läuft er Gefahr, die von ihm auch hier meisterhaft beschriebene Welt der Huren und Pferdewetter, der Geschäftemacher und Dealer, der Säufer und Ganoven (sozial)romantisch zu verklären. Natürlich haben auch dort nicht alle "Herzen wie Diamanten" unter'm schmutzigen Hemd und manchmal ist schweigsame Melancholie auch nur eine alkoholschwangere Kommunikationsstörung. Trotzdem ist dieser Wälzer ein epochales Buch: aus wild verschränkten, aber wie bei einem pointillistischen Gemälde mit Abstand ein großes Ganzes ergebenden Episoden zaubert Meyer sprachlich und stilistisch virtuos ein Sittenbild von Leipzig und seinen Vorstädten, in dem die wilden (guten?) Jahre vorbei sind und die Reviere neu abgesteckt werden wollen. Der Deutsche Buchpreis 2013 wäre deshalb durchaus angebracht gewesen.

Weitere Infos: www.meyer-clemens.de
© 01. November 2013  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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