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LOUIS PAUL BOON - Menuett

 
Alexander Verlag, 148 S., 14,90 EUR
"Jeder von uns ist eine Insel, von verräterischem Wasser umschlossen, und was wir alle zusammen erreicht haben, ist nichts als Zufall - es konnte ebensogut dies wie auch etwas völlig anderes gewesen sein." Das Ende des kleinen Romans ist zugleich Einstieg in ein Nachwort (das man für die nächste, dem Buch zweifellos zu wünschende Auflage ruhig nochmal Korrekturlesen sollte), in dem Carel ter Haar den 1979 verstorbenen Belgier völlig zurecht als grausam realistischen, jedweden Glücksanspruch so hoffnungslos wie naiv negierenden Kultur- und Weltpessimisten einordnet. Die jeweils aus Sicht der drei Beteiligten geschilderte Geschichte um Liebe und Triebhaftigkeit verzweifelter Sonderlinge hat etwas von Schnitzlers Reigen, hier jedoch im Spiegel typisch belgischer Geworfenheit in ein ungeliebtes Leben. "Die Zeit" feierte Boon noch vor kurzem als "überfällige Entdeckung", hier war selbst die DDR weiter, denn da erschien "Menuett" in gleicher Übersetzung bereits 1975 (und wurde von vielen auch als Gleichnis auf das Leben im späten PseudoSozialismus gelesen).
© 01. Mai 2012  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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